Ambulante Zusatzversicherung

Ambulante Zusatzversicherung
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Ambulante Zusatzversicherung: Wann lohnt sich der Abschluss einer ambulanten Zusatzversicherung und wann kann man sich die Kosten sparen? Und welche Faktoren treiben den Preis für diese Absicherung in die Höhe?

Die private Krankenzusatzversicherung für ambulante Leistungen ist neben der stationären und der dentalen Zusatzversicherung die dritte Säule für gesetzlich Krankenversicherte. Prinzipiell kann man sich mit diesen drei Bausteinen als Kassenpatient eine ähnlich umfassende Absicherung im Krankheitsfall zusammenstellen wie privat Versicherte. Während die dentale und die stationäre Zusatzversicherung in der Regel als sinnvoll erachtet werden, gehen die Meinungen für die ambulante Zusatzversicherung auseinander. Wann also lohnt sich der Abschluss einer ambulanten Zusatzversicherung und wann kann man sich die Kosten sparen? Und welche Faktoren treiben den Preis für diese Absicherung in die Höhe?

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Ambulante Zusatzversicherung: Eine Versicherung, viele Leistungen

Die meisten Versicherer kombinieren in einer ambulanten Zusatzversicherung sehr unterschiedliche Bausteine. So können Leistungen für Sehhilfen oder Hörgeräte vorgesehen sein. Auch Kostenerstattungen für die Zuzahlung zu Medikamenten sind häufig in den Leistungen enthalten. Gerne werben die Versicherer mit der bevorzugten Behandlung als Privatpatient, so dass man bei allgemeinen Ärzten und Fachärzten schneller einen Termin bekommt. Manchmal ist die Abrechnung höherer Gebührensätze in einer ambulanten Zusatzversicherung angegeben. Einen wichtigen Bestandteil dieser Zusatzabsicherung macht die Erstattung von Kosten für Heilpraktikerbehandlungen aus. Um aus der Fülle der Tarife die passende Versicherung zu finden, muss man genau auf die Leistungen schauen und sich die Höhe der Kostenerstattungen im Detail ansehen. Als Anhaltspunkt gilt aber, dass nur wenige Versicherte alle Leistungen gleichermaßen in Anspruch nehmen werden. In der Regel sind nur wenige Bausteine interessant, auf andere Erstattungen kann man gut verzichten. Deshalb sollte man sich genau informieren, bevor man eine ambulante Zusatzversicherung mit entsprechenden Leistungen abschließt, um wirklich den optimalen Tarif zu finden.

Ambulante Zusatzversicherung: Sehhilfen und Hörgeräte als interessante Leistung

In vielen Zusatztarifen für den ambulanten Bereich sind Kostenerstattungen für Brillen, Kontaktlinsen und Hörgeräte vorgesehen. Die Krankenkassen zahlen nur noch einen sehr geringen Zuschuss zu Sehhilfen, deshalb klingt eine solche Kostenerstattung für Brillenträger erst einmal recht interessant. Allerdings muss man wissen, dass die Höhe der Erstattungen in der Regel begrenzt ist. Meist wird nur alle drei bis vier Jahre ein Zuschuss in Höhe von 300 Euro oder 400 Euro gezahlt. Manchmal ist eine Vorgabe, dass sich das Sehvermögen um ein gewisses Maß verschlechtern muss, bevor eine Erstattung gewährt wird. Wer also eine Brille oder Kontaktlinsen benötigt, sollte sich die Vorgaben in den Versicherungsbedingungen genau ansehen, um dann zu entscheiden, ob eine ambulante Versicherung sinnvoll ist. Eine Alternative zur Zusatzversicherung kann zum Beispiel sein, regelmäßig etwas Geld für eine neue Sehhilfe auf die Seite zu legen und auch separate Versicherung zu verzichten.

Zuzahlungen und Vorsorgeuntersuchungen sind erstattungsfähig

Viele private ambulante Zusatzversicherungen gewährleisten Erstattungen für die Zuzahlung zu Medikamenten oder für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Wer gesetzlich Versichert ist, muss zu vielen Arzneimitteln eine Zuzahlung in beträchtlicher Höhe leisten. Außerdem sind nicht alle Vorsorgeuntersuchungen erstattungsfähig, und auch bei Impfungen muss ein gesetzlich Versicherter oft selbst in die Tasche greifen. Andererseits sind nicht alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen für jeden Versicherten sinnvoll, und auch nicht jede Impfung ist empfehlenswert. Kritiker behaupten deshalb, dass viele Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen zwar eine gute Einnahmequelle für den behandelnden Arzt sind, für den Versicherten aber lediglich zu teuren Mehrkosten führen. Ob eine ambulante Zusatzversicherung mit diesen Leistungen deshalb sinnvoll ist, sollte man immer im Einzelfall abwägen und vom Bedarf des Versicherten abhängig machen.

Heilpraktikerleistungen als wichtigster Baustein für die Ambulante Zusatzversicherung

Die Erstattung von Heilpraktikerleistungen sind für viele Versicherte ein sehr wichtiger Bestandteil für die ambulante Zusatzversicherung. Wer sich gerne ergänzend zur Schulmedizin oder sogar ausschließlich von einem Heilpraktiker behandeln lässt, ist mit einer entsprechenden Zusatzversicherung oft gut beraten. Allerdings erstatten heute auch einige gesetzliche Kassen einen Teil der Behandlungskosten eines Heilpraktikers. Außerdem sind die Vorgaben an die Erstattungsfähigkeit meist recht streng. Zum einen müssen die angewandten Verfahren nach dem Hufelandverzeichnis anerkannt sein. Ist das nicht der Fall, sind sie häufig nicht erstattungsfähig. Außerdem rechnen Heilpraktiker ihre Leistungen nicht nach der Gebührenordnung für Ärzte ab, sondern nach einem eigenen für ihre Branche geltenden Katalog. Die Kostenerstattungen aus einer Zusatzversicherung sind dafür aber meist nur begrenzt. Das bedeutet, dass der Versicherte einen größeren Teil immer noch aus eigener Tasche zu zahlen hat. Trotzdem ist gerade die Kostenerstattung für Heilpraktikerleistungen und Naturheilverfahren ein Pluspunkt für die ambulante Zusatzversicherung, der sie für viele gesetzlich Versicherte interessant macht.

Alter und Gesundheit treiben den Preis für die Ambulante Zusatzversicherung

Auf der Suche nach einer ambulanten Zusatzversicherung sollte man unbedingt einen sorgfältigen Preisvergleich durchführen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet. Außerdem muss man wissen, welche Faktoren die Kosten für die ambulante Zusatzversicherung in die Höhe treiben. Natürlich sind Umfang und Höhe der Kostenerstattung maßgeblich für die Höhe des Versicherungsbeitrags. Je mehr Leistungen im Versicherungsschutz enthalten sind und je höher die Erstattungen sind, desto höher ist auch der Beitrag für die ambulante Zusatzversicherung. Von großer Bedeutung für den Beitrag ist das Alter des Versicherten. Je höher das Eintrittsalter bei Versicherungsbeginn, desto höher sind auch die Beiträge, weil ältere Versicherte in der Regel höhere Kosten verursachen. Der Gesundheitszustand des Versicherten spielt ebenfalls eine große Rolle. Wer im Versicherungsantrag für die ambulante Zusatzversicherung Vorerkrankungen oder längere Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte angibt, muss mit einem Risikozuschlag rechnen. Er treibt den Versicherungsbeitrag erheblich in die Höhe. Aus diesem Grund raten Versicherungsexperten dazu, sich schon in jungen Jahren für eine ambulante Zusatzversicherung zu entscheiden und den Vertrag dann auch bei dem gleichen Versicherer fortzuführen. Mit jedem Wechsel steigt letztlich auch das Eintrittsalter und damit der Versicherungsbeitrag.