Zusammenhang Arbeit und Alkohol- und Drogensucht

arbeit-alkohol-drogen

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten? Der aktuelle „Fehlzeiten-Report 2013“ mit dem Titel „Verdammt zum Erfolg – die süchtige Arbeitsgesellschaft?“ vom Wissenschaftlichen Institut der AOK zeigt ein besorgniserregendes Bild.

Gerade hohe Leistungsanforderungen am Arbeitsplatz, gepaart mit Stress und ständiger Erreichbarkeit, scheinen der arbeitenden Bevölkerung immer mehr zuzusetzen. Die Arbeit scheint das gesamte Leben vollends zu durchdringen, so dass viele Menschen kaum noch eine zeitliche Trennung vom Privaten erfahren. Dabei wird deutlich, dass immer Menschen eher dem Motto folgen „Leben um zu arbeiten“ statt „Arbeiten um zu leben“!

Jetzt kostenlos Top-Angebote der Berufsunfähigkeitsversicherung anfordern >>

Gerade viele junge Unternehmen der Internet-Startup-Branche zeigen hier bisweilen besonders extreme Züge. Bereits in den Stellenausschreibungen können Profilanforderungen wie „Unternehmerisches Denken“ einen Hinweis auf die Erwartungshaltung des Arbeitgebers geben. Sehr lange Arbeitszeiten und die Unterordnung aller anderen Lebensbereiche gegenüber der Arbeit werden bisweilen verlangt. Als Ergebnis einer überfordernden Arbeitswelt zeigt der „Fehlzeiten-Report 2013“ der AOK Arbeitnehmer, welche mehr Alkohol konsumieren und häufiger zu leistungssteigernden chemischen Drogen greifen. Darauf folgend steigern insbesondere Alkoholsucht und Tabakkonsum die Zahl der Krankheitstage.

Abschalten und Stressabbau von der Arbeit durch Alkohol?

Leistungsdruck und Stress am Arbeitsplatz kennen die meisten Arbeitnehmer. Strategien um mit diesen Stress umzugehen entwickeln früher oder später die meisten Beschäftigten. Im schlimmsten Falle droht sonst der mittlerweile bekannte Burn-Out. Nicht selten wird jedoch versucht mit dem Konsum vom Alkohol den Stress abzubauen und einfach mal abzuschalten. Weit verbreitet scheint der übermäßige Alkoholkonsum am Wochenende zu sein. Hierbei wird sozusagen eine anstrengende Arbeitswoche einfach mit reichlich Alkohol heruntergespült. Sozusagen drücken Betroffene damit einen eigenen Reset-Knopf und hoffen den vorangegangenen Arbeitsstress so zu los zu werden. Dabei kann es recht häufig zu Vollräuschen kommen. Nicht weniger Bedenklich sind diejenigen, welche täglich Alkohol konsumieren. Eine repräsentative Umfrage zeigte, dass rund fünf Prozent der Beschäftigten täglich zur Flasche greifen. Der „Fehlzeiten-Report 2013“ der AOK zeigt gerade hinsichtlich des Alkoholkonsums den stärksten Einfluss für suchtbedingte Krankschreibungen mit 44 Prozent. Die Betroffenen Beschäftigten leiden dann unter einer Abhängigkeit von Alkohol, Entzugssyndromen und psychotischen Störungen.

Info: Burnout Berufsunfähigkeitsversicherung >>

Leistungssteigernden Drogen zur Bewältigung der Arbeit

Wie tief die Arbeit in das Leben der Beschäftigten eingreift, lässt der Missbrauch von Medikamenten zur Leistungssteigerung erahnen. Auch hier werden die Folgen von Arbeitsverdichtung, Forderungen nach Mobilität bzw. Flexibilität und ständiger Verfügbarkeit deutlich. Um maximal gut zu performen, wissen eine steigende Anzahl von Beschäftigten sich nicht mehr anders zu helfen als auf eine Einnahme von leistungssteigernden Präparaten zurück zu greifen, um so die geistige Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Auch bereits Studenten greifen vermehrt zu solchen Leistungssteigernden Stimulanzien. Besonders beliebt sind unter den Beschäftigen Stimulanzien wie Ritalin, Modafinil und Amphetamine. Die Einnahme solcher Drogen bleibt ebenfalls nicht ohne gesundheitliche Auswirkungen. Dementsprechend hat sich die Zahl der Krankschreibungen, aufgrund der Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten und Drogen im Vergleich zu vor zehn Jahren etwa vervierfacht.

Mehr zum Thema

ebenfalls interessant ....

3 Kommentare

  1. In einigen Branchen sind leistungsfördernde Präparate längst kein Geheimnis mehr. Die Selbstausbeutung für maximale Leistungsfähigkeit gehört mancherorts zu den Grundvoraussetzungen. Letztendlich trifft ja jeder selbst die Entscheidung und muss dann auch mit den gesundheitlichen Konsequenzen leben. Und das Studenten nur so beiläufig erwähnt werden, hängt wohl mit der Fokussierung auf Arbeitnehmer oder Beschäftigten zusammen. Denn gerade in einigen Studienfächern wird ausgiebig gedopt. Wer einfach mal nach den Schlagwörtern „leistungsfördernde Medikamente“ im Internet sucht, wird schnell sehen, dass es hier eine enge Beziehung zu Studenten gibt. Hier erscheint gerade der Prüfungsdruck als Auslöser. Während Studis jedoch dann wohl eher nur zur Prüfungszeit dopen, könnten Beschäftigte eher von einem dauerhaften Doping betroffen sein. Letztendlich vermute ich sogar, dass wer bereits im Studium chemisch nachgeholfen hat, dürfte dann beim Erklingen der Karriereleiter im Beruf auch wieder eher zu chemischen leistungsfördernden Präparaten greifen.

  2. Stressabbau kann auch mit Sport gehen. Das ist dann erstmal mit Aufwand und ggf. Anstrengungen verbunden, aber dafür deutlich gesünder. Man bedenke insbesondere den Vorteil, dass kein Kater am nächsten Tag einen zu schaffen macht.

  3. Genau einfach mal den Reset-Knopf drücken und den ganzen Stress hinter sich lassen. So machen wir das halt in der westlichen Welt. Das Thema Nikotin kommt hier etwas kurz. Das geht ja häufig Hand in Hand mit dem Wochenend-Reset! Und langfristig dürften die Krankheitstage dabei mindestens genauso relevant werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.