Zu oft Antibiotika – gefährliche Konsequenzen drohen

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Wenn Antibiotika zu leichtfertig verschrieben und eingenommen werden, kommt es dazu, dass immer mehr Bakterien-Stämme gegen diese Mittel resistent werden, also nicht mehr wirken.

Gerade jetzt im Herbst werden Kinder oft krank, bekommen eine Infektion im Rachen oder den Ohren. Kommt Fieber hinzu muss der Arzt aufgesucht werden, um eine ernste Erkrankung auszuschließen. Bei uns in Deutschland ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass sogleich ein Antibiotikum rezeptiert wird, weitaus höher als in anderen Ländern, wie beispielsweise in den Niederlanden. Das wurde am Leibniz-Zentrum für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen (BIPS) in einer Studie festgestellt.

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Genau das kann aber zu einem großen Problem für kranke Kinder werden. Aber auch für alle anderen Patienten, die zukünftig ernsthaft erkranken und dann wirklich auf wirksame Antibiotika angewiesen sind. Denn wenn Antibiotika zu leichtfertig verschrieben und eingenommen werden, kommt es dazu, dass immer mehr Bakterien-Stämme gegen diese Mittel resistent werden, also nicht mehr wirken. Fachleute weisen darauf bereits seit langer Zeit hin. Doch einige Ärzte hierzulande scheinen diesen Zusammenhang eher schleppend zur Kenntnis zu nehmen.

Der Versorgungsatlas des Zentralinstituts der Kassenärzte (ZI) zeigt aktuell dass einige Medikamente, die besonders viele Bakterien auf einmal abtöten, mittlerweile eher noch häufiger verordnet werden. Solche Medikamente bezeichnet man auch als Reserveantibiotika. Ihre Einnahme ist normalerweise nur bei schweren Infektionen angezeigt.

In den Niederlanden wird dieses Reserveantibiotikum nur sehr selten verordnet. Nur 0,3 Prozent der Erkrankten erhalten es dort. Ein Viertel der Kinder, die in Deutschland ein Antibiotikum bekommen, nahmen jedoch ein solches Medikament ein.

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