WHO warnt vor der Zunahme von Resistenzen

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Warnung: Antibiotika-Resistenzen von Bakterienstämmen haben in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass künftig auch gewöhnliche, bislang beherrschbare Infektionen wieder mit tödlichem Ausgang verlaufen könnten.

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Eine deutliche Warnung hat die Weltgesundheitsorganisation Ende April 2014 ausgesprochen: Die Antibiotika-Resistenz von Bakterienstämmen habe in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass künftig auch gewöhnliche, bislang beherrschbare Infektionen wieder mit tödlichem Ausgang verlaufen könnten. Das geht aus einem Report hervor, der sich mit Resistenzen insgesamt befasst hatte, auch denen gegen Malaria- und HIV-Medikamente. Der Schwerpunkt liegt demnach auf Antibiotika-Resistenzen, von denen einen „neue Ära tödlicher Infektionen“ drohe, so ein WHO-Sprecher.

Fokus auf sieben Bakterien

Die WHO-Forscher haben Daten zu den sieben häufigsten Bakterienstämmen gesammelt, darunter Darmbakterien, die für Krankenhausinfektionen verantwortlich sind. Der Generaldirektor der WHO für Gesundheitssicherheit Keiji Fukuda erinnerte bei der Vorstellung des Reports an die Bedeutung von Antibiotika und warnte vor den Gefahren durch zunehmende Resistenzen – Gefahren, denen wir schon aktuell ausgesetzt seien, nicht erst in Zukunft, so Fukuda. Es drohe eine „postantibiotische Ära“ mit der Konsequenz, dass gewöhnliche Infektionen sowie kleine Verletzungen wieder tödlich enden könnten. Überall seien die multiresistenten Keime anzutreffen, beispielsweise die Darmbakterien Klebsiella pneumoniae. Diese gefährlichen Bakterien sprechen schon seit einiger Zeit nicht mehr auf Cephalosporine oder die sehr starken Carbapeneme – beides antibiotische Mittel – an, könnten dadurch Harn- und Atemwege infizieren und die gefürchteten nosokomialen Infekte (Krankenhausinfektionen) verursachen. Der Umfang der Resistenzen liegt in vielen Weltregionen inzwischen bei einem Drittel aller untersuchten Proben. Damit ist ein kritischer Wert für die Ausbreitung resistenter Stämme erreicht.

Kaum Behandlungsmöglichkeiten bei resistenten Bakterienstämmen

Antibiotika sind in vielen Bereichen seit über hundert Jahren das alternativlose Mittel der Wahl. Seit Bartolomeo Gosio 1893 das Penicillin isoliert hatte, wurden gegen immer mehr Bakterienstämme die antibiotischen Mittel entwickelt, die sich meist glänzend bewährten, so etwa ab den 1980er Jahren die Fluorchinolone gegen E.-coli-Stämme (Darmbakterien), die über Jahrzehnte jede Infektion mit E.-coli besiegt hatten. Inzwischen sind Fluorchinolone nach dem vorliegenden WHO-Report in manchen Ländern bei über 50 % aller Patienten wirkungslos. Die Folgen seien laut WHO-Warnung prekär: Es gäbe keine anderen Behandlungsmöglichkeiten. Das war zwar absehbar, schon seit rund 20 Jahren warnen Forscher davor, dass Bakterien- und auch Virenstämme durch Mutation resistent werden. Es gibt durch die WHO vorgeschlagene Gegenmaßnahmen, die aber nicht sofort greifen werden. Dazu gehört, Antibiotika nicht mehr wahllos und extrem billig einzusetzen (wie in vielen Ländern Asiens), sondern nur auf Verschreibung und kontrolliert, also auch ohne vorzeitigen Abbruch durch die Patienten. Der massenhafte Einsatz der Antibiotika habe die Resistenzenentwicklung entscheidend begünstigt, so die WHO.

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