Wenn die Arbeit krank macht

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Der Spitzenverband der Krankenkassen weist darauf hin, dass die Intensivierung präventiver Maßnahmen am Arbeitsplatz dringend erforderlich ist.

Das Bundesministerium für Gesundheit weist in zahlreichen Publikationen darauf hin, welch hohen Stellenwert Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz hat. Der Wandel in der Gesellschaft mit immer neuer technischer Ausstattung, erhöhter Verantwortung und steigender Komplexität der Aufgaben führt dazu, dass der Job psychisch krank machen kann. Der von den Krankenkassen beklagte Anstieg der Zahl psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz macht deutlich, wie wichtig vorbeugende Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitskraft bis zum Rentenalter sind.

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Ein schlechtes Klima bei der Arbeit, strenger Leistungs- und Termindruck sowie hohe Erwartungen von Vorgesetzten und Kollegen können Auslöser für verminderten Antrieb, fehlende Konzentration, abnehmendes Interesse und gestörten Schlaf sein. Viele Betroffene nehmen diese Warnsignale nicht ernst und laufen Gefahr, an einem Burnout oder einer schweren Depression zu erkranken. Der Spitzenverband der Krankenkassen weist darauf hin, dass die Intensivierung präventiver Maßnahmen am Arbeitsplatz dringend erforderlich ist. Zielgerichtete Strategien und Interventionen müssen in den Arbeitsalltag integriert werden, um die Belastungen für die Gesundheit zu reduzieren und die Ressourcen der Arbeitnehmer zu erhöhen. Die Arbeitnehmer müssen lernen, dass sie strikte Grenzen zwischen Job und Privatleben ziehen, um die Selbstbestimmung über das eigene Leben zu erhalten.

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Gesündere Arbeitnehmer sind nicht nur für die Betriebe vorteilhaft, sondern auch für die Volkswirtschaft. Im Jahr 2012 wurden die Kosten u.a. aufgrund von Arbeitsunfähigkeiten, vorzeitigen Berentungen und Wiedereingliederungsmaßnahmen auf mehr als 110 Milliarden Euro geschätzt. Dieser Belastung der Sozialkassen kann durch vorbeugende Maßnahmen entgegengewirkt werden. Innovative Konzepte zur Verbesserung von Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen bei der Arbeit müssen an die Arbeitgeber herangetragen werden. Diese sind nicht ausreichend darüber informiert, inwieweit sie mit teilweise wenigen Mitteln die Gesundheit der Belegschaft erhalten und fördern können. Aufklärung trägt dazu bei, dass Führungskräfte und Mitarbeiter lernen, wie sie Überforderung am Arbeitsplatz erkennen und thematisieren, Ruhepausen schaffen sowie professionelle Hilfsangebote nutzen können.

Es werden in Zukunft gute praktische Lösungsansätze zur Integration von psychischer Gesundheitsförderung notwendig sein. Informationsveranstaltungen und Schulungen für Vorgesetzte sollen helfen, dass diese psychischen Auffälligkeiten von gefährdeten Mitarbeitern frühzeitig wahrgenommen werden. Meist reicht nur ein geringer Aufwand, um Unzufriedenheit und übermäßige Anstrengung zu vermeiden: mehr Anerkennung und Wertschätzung für verrichtete Arbeit und Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Eine kleine Aufgabe für die Arbeitgeber, ein großer Schritt für die Gesundheit in der Gesellschaft.

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