Weiter hoher Pflegebedarf bei Babyboomern

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Foto: ©iStock.com/STEEX
Eine aktuelle Studie zeigt, welche Altersgruppe von dem Pflegerisiko in besonders hohem Maße betroffen ist.

Die geburtenstarken Jahrgänge von 1950 bis Ende der 1960er Jahre werden traditionell gerne als die Babyboomer bezeichnet. Diese Altersgruppe macht unter der Bevölkerungsstruktur den größten Anteil aus. Das heißt allerdings, dass die Zahl der alten Versicherten und der Pflegefälle in den nächsten 15 Jahren stark zunehmend wird. Diese Tatsache ist nicht neu, doch eine aktuelle Studie belegt, welche Altersgruppe von dem Pflegerisiko in besonders hohem Maße betroffen ist.

Noch im Jahr 2013 gab es in der Bundesrepublik rund 2,6 Millionen pflegebedürftige Patienten. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat in einer neuen Prognose für das Jahr 2030 jetzt ermittelt, dass es schon zu diesem Zeitpunkt rund 3,5 Millionen Pflegefälle in Deutschland geben dürfte. Man geht davon aus, dass sich 50 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr selbst versorgen können. Insgesamt rechnet man mit rund 900.000 Fällen.

Von dieser Entwicklung werden vor allem die 80- bis 89-Jährigen betroffen sein. In dieser Altersgruppe ist mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen um 25 Prozent zu rechnen. Nach Meinung des Instituts dürfte die Zahl der Pflegefälle insgesamt bei 1,3 Millionen Menschen allein in dieser Altersgruppe liegen. Wer zu diesem Zeitpunkt unter 65 Jahren alt ist, darf sich nach Meinung des BiB dagegen freuen. Diese Gruppe soll nach aktuellen Prognosen länger gesund und leistungsfähig bleiben und somit auch nicht auf Pflegeleistungen angewiesen sein.

Tatsächlich zeigen diese Zahlen einmal mehr, wie sich der Pflegebedarf in Zukunft in Abhängigkeit vom aktuellen Alter entwickeln wird. Vor allem die Jahrgänge der 1950er Jahre werden also stark gefährdet sein, ohne Pflegebetreuung im Alter nicht existieren zu können. Die Frage bleibt, wie dieser hohe Bedarf zu decken ist und wie man privat vorsorgen kann. Letztlich bleibt auch den heutigen Babyboomern nichts anders übrig, als frühzeitig finanziell für den Pflegefall vorzusorgen, da die staatlichen Leistungen der Pflegepflichtversicherung nicht ausreichen werden.

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