Vorsorgeuntersuchungen: Neuausrichtung in 2014 erwartet

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Gesetzliche Krankenkassen hinterfragen zunehmend den Sinn von Vorsorgemaßnahmen, die nach ihrer Aussage häufig eher aus einem ökonomischen Interesse des behandelnden Arztes durchgeführt werden.

Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Krebs oder von anderen gravierenden Erkrankungen gehören zu den wichtigsten Leistungen von Fachärzten aller medizinischen Richtungen. Nicht selten dienen die Untersuchungen dazu, eine drohende Krebserkrankung schon im Frühstadium zu erkennen und zu heilen. Jetzt allerdings hinterfragen die gesetzlichen Krankenkassen zunehmend den Sinn solcher Vorsorgemaßnahmen, die nach ihrer Aussage häufig eher aus einem ökonomischen Interesse des behandelnden Arztes durchgeführt werden. Darüber sollten sich die Patienten im Klaren sein, wie die Kassen betonen.

Gegner der Vorsorgeuntersuchungen begründen ihre Ablehnung sogar damit, dass bei Fehldiagnosen Operationen durchgeführt werden, die unnötig und kontraproduktiv sind. Die Gesundheits- und Behandlungskosten ließen sich damit meist nicht senken.

Problematisch wird die Position der gesetzlichen Kassen vor allem auch für die privaten Krankenversicherer. Sie haben in der Übernahme von Kosten für Vorsorgeuntersuchungen ein interessantes Alleinstellungsmerkmal entdeckt, denn hochwertige Premiumtarife erstatten nicht selten eine Vielzahl von Vorsorgeuntersuchungen, welche ein günstiger Tarif nicht abdecken kann. Mit der Kostenübernahme von Vorsorgeuntersuchungen aller Art bieten sich also interessante Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben und positive Werbung zu betreiben. Würden solche Untersuchungen zukünftig als unnötig identifiziert, entfällt für die Versicherer ein wichtiger Faktor der Abgrenzung von der Konkurrenz.

Dennoch dürfte zu erwarten sein, dass das Bundesgesundheitsministerium mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken im nächsten Jahr eine Einigung anstrebt, welche vorsorglichen Untersuchungen von den Kassen erstattet werden sollen. Dabei sind selbstverständlich auch wissenschaftliche und wirtschaftliche Fragen zu berücksichtigen.

Im gerade abgeschlossenen Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung bereits darauf verständigt, Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern sowie ärztliche Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen zukünftig noch mehr zu stärken. Dabei sind der Nutzen und der Schaden von möglichen medizinischen Maßnahmen streng zu analysieren und zu bewerten.

Es bleibt abzuwarten, welche Änderungen für gesetzlich Versicherte in Zukunft greifen sollen. Sobald diese bekannt sind, kann sich auch die private Krankenversicherung neu positionieren. Sollte der Katalog an Vorsorgemaßnahmen in der GKV allerdings eingegrenzt werden, weil einige Untersuchungen medizinisch nicht erforderlich sind, entfällt auch für die PKV-Gesellschaften ein Kriterium, sich vom Wettbewerb abzugrenzen.

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