Vitaminpräparate stören Trainings-Erfolg

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Studien zeigen, dass Präparate den Körper nicht abhärten und weder Herz noch Gehirn schützen.

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit versuchen viele Menschen einem grippalen Infekt vorzubeugen und nehmen deshalb Vitaminpräparate zu sich. Doch Studien haben bewiesen, dass diese Präparate den Körper nicht abhärten und weder Herz noch Gehirn schützen. Trotzdem greifen gerade Sportler gern zu solchen Produkten die Vitamin C und E enthalten. Sie erhoffen sich dadurch bessere Trainings-Erfolge, weil sie glauben mit Hilfe der Vitamintabletten schädliche Sauerstoffradikale zu beseitigen. Diese entstehen in den Muskelzellen, insbesondere durch vermehrte Bewegung. Dieser sogenannte oxidative Stress schadet dem Muskel und verhindert dadurch einen positiven Trainings-Effekt. So dachte man zumindest bisher.

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Zwei Studien aus dem Jahr 2014 zeigen jedoch, dass es sich anders verhält. Für beide Studien nahm jeweils die Hälfte der Beteiligten ein hochdosiertes Präparat, welches 1000 Milligramm Vitamin C und 235 Milligramm Vitamin E enthielt. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo.

Für die erste Studie trainierten 32 Frauen und Männer viermal in der Woche insgesamt zehn Wochen lang in einem Fitnessstudio, um Krafttraining zu absolvieren. Die Muskeln waren nach zehn Wochen Training bei allen Probanden gleich gewachsen, die Muskelkraft war jedoch bei den Personen größer, die ein Placebo genommen hatten. Bei der Gruppe die Vitamine zu sich nahm hatten die Muskelzellen weniger Proteine, die dabei helfen Muskeln nach dem Krafttraining zu reparieren und aufzubauen. Die Antioxidantien fangen nämlich die freien Sauerstoffradikalen, aber sie sind gerade für bestimmte physiologische Prozesse notwendig, denn durch sie wird die Eiweißproduktion im Muskel gesteigert.

Bei der Studie mit Ausdauertraining sieht es ähnlich aus. Hier wurden 54 junge Männer und Frauen drei- bis viermal pro Woche zum Lauftraining in Kombination mit einem Intervalltraining gebeten. Durch die Vitaminpräparate wurden die Teilnehmer zwar nicht schneller oder langsamer, sie legten aber den Anstieg an Mitochondrien-Proteinen lahm, welche die muskuläre Ausdauer erhöhen.

Fazit
Freizeitsportler und solche Personen, die durch Sport abnehmen wollen, sollten keine Antioxidantien zu sich nehmen. Das macht den Trainingseffekt von Anfang an kaputt. Leistungssportler, die intensiver trainieren könnten jedoch eventuell von der Einnahme der Antioxidantien profitieren, weil der oxidative Stress bei ihnen ungewöhnlich hoch ist. Allerdings ist das bisher nur eine Vermutung. Die bislang gewonnen Ergebnisse zeigen allerdings, dass auch diese Gruppe ohne Vitamintabletten einen größeren Trainings-Erfolg hat.

Die Gesamtheit der Vitamine und Nährstoffe, die in Obst und Gemüse enthalten ist, hat eine ganz andere Wirkung als einzelne Vitamine. Es ist deshalb besser viel Obst und Gemüse zu essen und möglichst auf Vitaminpräparate zu verzichten.

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