Versorgung der Landbevölkerung: Optimierung erforderlich

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Eine aktuelle Studie belegt, dass die Betreuung von Pflegebedürftigen und von Zahnpatienten auf dem Land sehr zu wünschen übrig lässt.

Erschreckende Zahlen zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung auf dem Land legte vor wenigen Tagen die Barmer GEK vor. Eine aktuelle Studie belegt, dass die Betreuung von Pflegebedürftigen und von Zahnpatienten auf dem Land sehr zu wünschen übrig lässt. Der Bericht ist besorgniserregend für die Pflegeversicherung, doch auch für die gesetzlichen und die privaten Krankenversicherer. Der Pflegebericht 2014 bringt eindeutige Ergebnisse ans Licht. In den großen Städten läuft die medizinische Versorgung reibungslos. In den ländlichen Gegenden wird es allerdings zunehmend dünn mit der Betreuung von alten und kranken Menschen. Vor allem die Zahngesundheit ist sehr optimierungsbedürftig.

Nach dem Bericht müssen Menschen in der Pflegestufe 1 rund fünf Mal häufiger medizinisch betreut werden als Menschen ohne Einstufung. In der Pflegestufe 3 benötigen die Senioren sogar in über 16 Prozent der Fälle eine Behandlung beim Facharzt. Überraschend ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Pflegestufe 3 eine vollstationäre Versorgung stattfindet.

Soweit die Zahngesundheit betroffen ist, fordert die Barmer GEK deshalb einen vereinfachten Zugang zu Zahnarztpraxen für Pflegebedürftige. So könnten Schwerpunktpraxen für Pflegebedürftige eingerichtet werden. Die Problematik der medizinischen Versorgung bei alten und pflegebedürftigen Patienten trifft die gesetzlichen Krankenkassen ebenso wie die privaten Versicherer. Natürlich verursachen alte Menschen auf dem Land, die keine ärztliche Versorgung beanspruchen können, zunächst keine Krankheitskosten. Nehmen die gesundheitlichen Probleme aber eine gravierende Größenordnung an, entstehen Kosten für sehr teure Behandlungsmethoden, die man bei frühzeitiger Prävention gut hätte verhindern können. Deshalb sind letztlich die Pflegeversicherungen ebenso wie die Krankenversicherer gefordert, eine Optimierung der ärztlichen Versorgung auf dem Land sicherzustellen. Das allerdings dürfte ohne die tatkräftige Unterstützung der Politik kaum möglich sein. Man darf deshalb gespannt sein, welche Verbesserungsvorschläge von den Krankenkassen und aus dem Gesundheitsministerium kommen, um hier für eine Optimierung der Betreuung alter Menschen zu sorgen. Nur so ist das Gesundheitssystem zu entlasten.

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