Verbraucherschutz NRW: Pflegeleistung auch ohne Pflegekasse

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Auch wer noch nicht in eine der drei Pflegestufen eingeordnet ist, kann einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse haben.

Wenn sich alte Menschen im Alltag nicht mehr allein zu helfen wissen, benötigen sie die Unterstützung von Familienangehörigen oder von professionellen Pflegediensten. Die dafür anfallenden Kosten können immens sein, doch wie die Verbraucherschutzzentrale in Nordrhein-Westfalen jetzt aufklärt, haben Senioren auch bei einer eingeschränkten Alltagskompetenz ein Recht auf Zahlungen der Pflegekasse.

Dazu muss nicht einmal eine der drei Pflegestufen diagnostiziert sein. Vielmehr gilt als Maßstab für eine Zahlung ausschließlich, ob sie den Alltag noch alleine bewältigen können oder ob dafür fremde Hilfe erforderlich ist. Die Kampagne der Verbraucherschützer zeigt, dass an dieser Stelle offenbar noch erheblicher Informationsbedarf seitens der Bundesregierung und der Pflegekassen besteht, um alten Menschen und ihren Angehörigen die Unterstützung im Pflegefall zukommen zu lassen, die sie benötigen. Die letzte Pflege-Reform ist in der Praxis demnach noch nicht bei allen potenziellen Betroffenen angekommen.

Natürlich hängen die Leistungen der Pflegekasse von der festgestellten Pflegestufe ab. Doch auch, wer noch nicht in eine der drei Pflegestufen eingeordnet ist, hat einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse. Dis ist regelmäßig bei Demenzkranken der Fall, die noch nicht zu einer Pflegestufe gehören. Viel wichtiger ist bei diesen Patienten, ob sie ihren Alltag noch allein meistern können. Zur Feststellung wurden 13 Kriterien entwickelt. Verlässt ein alter Mensch beispielsweise öfter überraschend die Wohnung und hat der kein Gefühl mehr für gefährliche Situationen, könnte dies auf eine nötige Unterstützung hindeuten. Auch wer seinen Tagesablauf nicht mehr allein planen kann, braucht Hilfe. Damit die Pflegekasse Leistungen erbringt, müssen zwei der 13 definierten Punkte erfüllt sein. Diagnostiziert wird die eingeschränkte Alltagskompetenz durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, alternativ kommt ein zugelassener Gutachter zum Einsatz.

In jedem Fall muss die Pflegeleistung bei der Kasse beantragt werden, die Kassen müssen innerhalb von zwei Wochen mit einem Beratungstermin reagieren.

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