Verbraucherschutz mit Kritik an PKV-Stiftung

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Foto: ©iStock.com/Sashkinw
Beobachter kritisieren jetzt, dass alle Vorstände der „Stiftung Gesundheitswissen“ aus dem Umfeld der privaten Krankenversicherung stammen.

Mit der Gründung einer neuen Stiftung wollen einige private Krankenversicherer einen zusätzlichen unabhängigen Dienstleister schaffen. Der PKV-Verband unterstützte die Idee, denn mit der „Stiftung Gesundheitswissen“ sollte allen Patienten eine verständliche Entscheidungshilfe über die Möglichkeiten von Diagnosen und Therapien gegeben werden. Sie sollte unabhängig von medizinischen Interessen sein und auf einer wissenschaftlichen Basis beruhen. Im internationalen Vergleich sei das Gesundheitswissen in Deutschland wenig entwickelt, deshalb wollte man dem Verbraucher hier wichtige und vor allem objektive Informationsmöglichkeiten an die Hand geben.

Dieser Ansatz des PKV-Fachverbands ist grundsätzlich lobenswert. Doch offenbar ist die im Juni 2015 gegründete Stiftung nach Ansicht von Wissenschaftlern schon ein Jahr nach der Gründung nicht so unabhängig, wie dies aus Verbraucherschutzsicht erforderlich und wünschenswert ist. Vor wenigen Tagen ist nun der wissenschaftliche Beirat der Stiftung zurückgetreten. In Richtung des PKV-Verbands erhebt mach schwere Vorwürfe, die auch in den Medien vertreten wurden.

Die Behauptungen in Richtung PKV-Verband könnten durchaus Gewicht haben. Zwar habe man die außerordentliche Chance gehabt, die Bürger in Zukunft neutral informieren zu können, doch das Gewicht des Verbands war nach Ansicht der Wissenschaftler offenbar zu groß. Vertreten wurden die Verbraucherinteressen im Stiftungsbeirat unter anderem der Vorsitzende des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin und der Vorstand der Stiftung Männergesundheit sowie der Präsident der Berliner Ärztekammer.

Die Neubesetzung der Beiratsstellen ist bereits abgeschlossen, doch Beobachter kritisieren nun, dass alle Vorstände nun aus dem Umfeld der privaten Krankenversicherung stammen. Damit sei eine Unabhängigkeit von PKV-Interessen nicht mehr gegeben. Die Stiftung selbst weist alle Vorwürfe zurück, die Neutralität bleibe ihrer Meinung nach weiter gewahrt.

Es bleibt abzuwarten, ob die ursprüngliche Zielsetzung des PKV-Verbands aufrechterhalten werden kann und ob man dem Verbraucher auf Dauer wirklich einen unabhängigen Informationsservice bieten kann. Das wäre zwar wünschenswert, doch ob dieses hohe Ziel erreicht wird, können erst die nächsten Monate zeigen.

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