Verband mit Kritik an Ökotest-Ergebnis

ältere herren sitzen auf der bank
Foto: ©iStock.com/Yuri
Die geförderte Pflege-Bahr wurde heftig kritisiert und als ungeeignet für den Aufbau einer zusätzlichen Unterstützung für den Pflegefall bewertet.

Erst vor wenigen Tagen hatte Ökotest einen neuen Test zur privaten Pflegeversicherung veröffentlicht. Das Ergebnis war für viele Pflegetagegeldpolicen durchaus ordentlich. Die geförderte Pflege-Bahr wurde allerdings heftig kritisiert und als ungeeignet für den Aufbau einer zusätzlichen Unterstützung für den Pflegefall bewertet. Genau diese Kritik rief jetzt den PKV-Verband auf den Plan.

Allein in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der privaten Pflegepolicen um ein Drittel gestiegen. Nach Ansicht des PKV-Verbands ist die Pflege-Bahr vor allem für Menschen mit einem überschaubaren Einkommen und für Menschen mit Risikofaktoren und gesundheitlichen Problemen ein idealer Einstieg in die Vorsorge für den Pflegefall. Im neuesten Test von Ökotest sei dies jedoch weder erkannt noch berücksichtigt, so die Kritik.
Auch das Bewertungsverfahren ist nach Meinung des Verbands nicht optimal. Von den Vertretern wird angemerkt, dass die staatliche Förderung wie ein Eigenbeitrag auf Kosten des Kunden angerechnet werden. Das allerdings sei nicht ganz zutreffend, weil für einen Kunden mit einer Pflege-Bahr-Versicherung nur der Nettobeitrag relevant sei, den er selbst zu tragen hat.

Ebenso scheint es nicht verständlich, dass die Musterkunden im Test nur im Alter von 35 Jahren und 65 Jahren betrachtet worden waren. Alle Förderungen gelten bereits ab 18 Jahren, und ein frühes Einstiegsalter könne die Leistungen erheblich verbessern. Widerspruch gibt es auch bei der These von Ökotest, dass Pflegeverträge von Kranken abgeschlossen würden. Aus eigenen Zahlen des Verbands würde deutlich, dass über 50 Prozent der Versicherten einen Vertrag unter 50 Jahren abschließen. Gerade fünf Prozent der Versicherten gehören zu den pflegenahen Jahrgängen 70plus, so der Verband. Für nicht nachvollziehbar halten die Vertreter des Verbands die angekündigte Preisexplosion nach dem Ablauf der fünfjährigen Wartezeit. Die Gesellschaften hätten die anstehenden Leistungen und die Versicherungsprämien von Anfang an entsprechend dem bestehenden Risiko kalkuliert.

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