Unterhaut-Speck – das Immunsystem profitiert von ihm

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Foto: ©iStock.com/kivoart
Nun konnte man nachweisen, dass neben Mastzellen und weißen Blutkörperchen auch die Fettzellen unter der Haut dazu beitragen, eine drohende Infektion zu verhindern.

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Wissenschaftler aus Kalifornien haben durch eine Versuchsreihe mit Mäusen heraus gefunden, dass Unterhaut-Speck zu Unrecht einen schlechten Ruf hat. Die Immunabwehr profitiert sogar von den Fettzellen unter der Haut. Die Haut spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Immunabwehr, denn sie ist gewissermaßen die erste, zu überwindende, Barriere für Krankheitserreger, wenn sie in den Körper eindringen wollen. Das gelingt ihnen natürlich sehr viel leichter, wenn die Haut Verletzungen aufweist. Nun konnte man nachweisen, dass neben Mastzellen und weißen Blutkörperchen auch die Fettzellen unter der Haut dazu beitragen, eine drohende Infektion zu verhindern.

Das Forscher-Team der San Diego School of Medicine der University of California infizierte für die Versuchsreihe Mäuse mit Staphylococcus aureus Erregern und beobachtete deren Reaktion. Der verwendete Krankheitskeim ist eigentlich harmlos, aber bei kranken Menschen kann er zu gefährlichen Komplikationen führen. Zudem zeigt er sich in der letzten Zeit immer häufiger resistent gegen gewisse Antibiotika.

Erstaunt stellten die Wissenschaftler nun fest, dass nach einer Infektion mit diesem Bazillus die Haut der Mäuse dicker wurde. Zum Einen, weil bestehende Fettzellen sich verdickten, zum Anderen, weil neue Fettzellen gebildet wurden. Alle Zellen begannen unmittelbar nach dem Eindringen des Erregers Unmengen an antibakteriellen Eiweißen auszuschütten, die Bakterien und Viren vernichten.

Bei speziell gezüchteten Mäusen, die keine neuen Fettzellen bilden konnten, stellte man fest, dass sie sehr viel anfälliger für Infektionen waren. Das liegt aller Wahrscheinlichkeit nach daran, dass die vorhandenen Fettzellen der Unterhaut weniger antibakterielle Eiweiße bilden als die neuen Fettzellen.
Bisher dachte man, dass überwiegend weiße Blutkörperchen Schutz vor Infektionen bieten. Doch sie benötigen oft zu viel Zeit, um dort hin zu gelangen wo sie benötigt werden. Die erste Immunantwort geben Fett-Stammzellen. Sie spielen somit eine gewichtige Rolle.

Neue Studien sollen nun klären, ob eine fehlende AMP-Produktion (antibakterielle Eiweiße) bei Fettleibigen und Diabetikern eine Ursache dafür ist, dass sie besonders anfällig für bakterielle Infektionen sind.

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