Trinkpausen für WM-Fußballer angeordnet

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Brasilianisches Arbeitsgericht ordnet Trinkpausen für die WM-Fußballer an

Ein brasilianisches Arbeitsgericht ordnete am Freitag Trinkpausen für die WM-Fußballer an, wenn der WBGT-Index auf 32° steigt. Dieser Wet Bulb Globe-Temperature Index misst neben der Temperatur wichtige Werte wie die Luftfeuchtigkeit (wet = nass) und gilt schon länger als essenziell, um Sportler in feuchtheißer Luft zu schonen. Die FIFA empfiehlt eigentlich eine ähnliche Prozedur (Trinkpausen), hielt die Empfehlung jedoch bislang unverbindlich und überließ die endgültige Entscheidung dem Schiedsrichter des jeweiligen Spiels. Nun hatte eine brasilianische Fachstaatsanwaltschaft eine Einstweilige Verfügung vor dem zuständigen Gericht in Brasilia beantragt.

FIFA ficht die Entscheidung nicht an

Die FIFA ist eigentlich selbst der Auffassung, dass es unter klimatischen Bedingungen wie in Brasilien Trinkpausen geben müsse, wagte das jedoch wahrscheinlich bislang nicht durchzusetzen, um den Spielfluss nicht zu stören. Umso bereitwilliger erklärten die FIFA-Verantwortlichen, dass sie die Entscheidung des brasilianischen Richters akzeptieren würden. Zwar waren juristische Scharmützel vorausgegangen, denn die FIFA-Anwälte hatten im Vorfeld verlauten lassen, ein Arbeitsgericht sei ganz sicher nicht für ihr Vertragsverhältnis mit den Fußballprofis zuständig. Der zuständige Richter Rogério Neiva Pinheiro ließ sich davon nicht beeindrucken, die Entscheidung ist rechtskräftig. Auch die üblichen Sanktionen wurden angedroht, die in Brasilien vergleichsweise milde ausfallen: 200.000 Reais (rund 67.000 Euro) müsste die FIFA bei einer einzigen Zuwiderhandlung zahlen, in Deutschland drohen in so einem Fall (Verstoß gegen eine Einstweilige Verfügung) 500.000 Euro Strafzahlung oder ein halbes Jahr Gefängnis. Bislang überstieg allerdings der WBGT-Index während der laufenden WM noch nicht die 28°-Marke.

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