Tofu, Seitan und Tempeh – Wie gesund sind die fleischlosen Alternativen?

GlobalStock
Foto: ©iStock.com/GlobalStock
Tofu, Tempeh oder Seitan sind für die Vegetarier und die Veganer unter uns die, wie sie glauben, gesunde Alternative zu Fleisch und Wurst.

Zusatzversicherung vergleichen >>

Immer mehr Menschen reduzieren den Fleischanteil ihrer täglichen Ernährung. Die Schreckensmeldungen von Hasen-Pest, Vogelgrippe, Rinder-Wahnsinn und dergleichen verderben mittlerweile einem Großteil der Bevölkerung den Appetit auf Fleisch. Der Anteil an Vegetariern wurde in Deutschland im Jahr 2010 auf acht Prozent geschätzt. Das sind etwa sechs Millionen Menschen, die vegetarisch essen. Anfang der achtziger Jahre lag der Anteil lediglich bei geringen 0,6 Prozent. Die Zahl der Vegetarier und Veganer ist also explosionsartig gestiegen. Es hat sich ein stetiger, gesellschaftlicher Wandel hin zum Vegetarismus vollzogen. Tofu, Tempeh oder Seitan sind für die Vegetarier und die Veganer unter uns die, wie sie glauben, gesunde Alternative zu Fleisch und Wurst.

Tofu und Tempeh sind Soja-Produkte, Seitan besteht aus Gluten. Das ist Kleber-Eiweiß des Weizenmehls. Eine vollwertige und abwechslungsreiche, pflanzliche Kost liefert viele Mineralstoffe und Vitamine in ausreichender Menge. Tofu liefert reichlich pflanzliches Eisen und Vitamin B6, Folsäure und Kalzium und ist nichts anderes als geronnene Soja-Milch. Man erhält ihn in verschiedenen Geschmacks-Richtungen.

Tempeh ist körnig. Das Produkt besteht aus Sojabohnen, die mit einem Edelpilz fermentiert wurden. Auch das Soja-Granulat mit einer Faserstruktur, die dem Fleisch ähnlich ist wird sehr gerne verwendet. Die Proteine, die in all diesen Fleisch-Alternativen enthalten sind, haben sogar eine höhere Protein-Qualität als dies beim Rindfleisch der Fall ist und liefern alle wichtigen essentiellen Aminosäuren in einem optimalen Verhältnis. Zudem haben sie kein Cholesterin und weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fettsäuren als Fleisch und Wurst.

Dennoch sind Soja-Produkte bis heute sehr umstritten, denn sie enthalten sogenannte Phytoöstrogene, die dem menschlichen Geschlechtshormon, dem Östrogen, sehr ähnlich sind. Allerdings wirken diese Phytoöstrogene im menschlichen Körper sehr viel schwächer als das Östrogen. Männer, die sich häufig von Soja-Produkten ernähren müssen also überhaupt keine Sorge haben, sie verweiblichen deswegen ganz sicher nicht.

Bis heute ist dennoch nicht ganz sicher geklärt, ob das Risiko an Brustkrebs zu erkranken durch die Phyto-Östrogene erhöht ist. Außerdem stehen sie im Verdacht die Funktion der Schilddrüse zu hemmen und die Entstehung eines Kropfs zu verstärken. Wissenschaftliche Studien, die das belegen könnten, gibt es jedoch bis heute nicht. Wer allerdings bereits Probleme mit der Schilddrüse hat, also an einer Unterfunktion leidet, könnte dies durch Soja-Produkte verschlimmern. Dennoch dürfte auch in diesem Fall ein moderater Konsum von Soja-Produkten relativ unbedenklich sein, extremer Verzehr sollte aber besser unterbleiben.

Fazit
Soja-Produkte haben, in Maßen genossen, vermutlich mehr positive als negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Es sind allerdings weitere Studien notwendig, um dies wissenschaftlich zu untermauern. Ob sie nützlich oder schädlich sind, ist von verschiedenen Faktoren, wie Alter, Gesundheitszustand, Menge des Konsums und sogar von der Beschaffenheit der Darmflora abhängig. Frauen mit und nach Brustkrebs-Erkrankung sollten jedoch höchstens 85 Gramm Tofu plus einen Viertelliter Soja-Milch am Tag zu sich nehmen.

Mehr zum Thema

ebenfalls interessant ....

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.