Techniker Krankenkasse: Berufstätige sind bei Pflegefall gefordert

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Rund 30 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer verringern ihre Arbeitszeit, wenn in der Familie eine Pflegetätigkeit erforderlich ist.

Wenn in der Familie ein Pflegefall auftritt, sind es häufig die Familienangehörigen, die die wichtigste Last zu tragen haben. Im schlimmsten Fall müssen sie ihre Arbeitszeit reduzieren und finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Das zumindest ist das Ergebnis einer Pflegestudie, die die Techniker Krankenkasse (TK) kürzlich beim Umfrageinstitut Forsa in Auftrag gab. Rund 30 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer verringern ihre Arbeitszeit, wenn in der Familie eine Pflegetätigkeit erforderlich ist. Befragt hatte Forsa rund 1.000 Berufstätige, die derzeit einen Angehörigen zu pflegen haben.

Wer plötzlich von einem Pflegefall überrascht wurde, vermindert die Arbeitszeit offenbar häufiger als Angehörige, die sich langsam an die neue Situation gewöhnen konnten. Immerhin 38 Prozent der Befragten mit einem plötzlichen Pflegefall gaben an, ihre Anwesenheit am Arbeitsplatz reduziert zu haben. Lediglich 26 Prozent der Teilnehmer verringerten ihre Arbeitszeit, wenn ein Pflegefall in der Familie abzusehen war. Knapp zehn Prozent der Befragten hatten die berufliche Tätigkeit ganz aufgegeben.

Geht es nach den Pflegeexperten der Techniker Krankenkasse, hat der Gesetzgeber bereits erste Schritte in die richtige Richtung getan, um die Betroffenen zu unterstützen. So können Angehörige mit einem überraschenden Pflegefall in der Familie eine Pause von zehn Tagen nehmen, wenn plötzlich eine Pflegebetreuung organisiert werden muss. Offenbar ist auch geplant, zukünftig Lohnersatzleistungen in dieser Zeit zu gewähren.

Doch bis es so weit ist, bleibt für die Angehörigen ein großes Problem zu lösen. Tritt der Pflegefall überraschend auf, muss nicht nur eine Lösung für die Betreuung gefunden werden. Wer Tag für Tag voll im Berufsleben steht und einen Pflegefall im eigenen Haus hat, muss einen Weg finden, die Betreuung und die berufliche Tätigkeit miteinander zu vereinbaren. Nicht selten geraten die Betroffenen schnell an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Mehr denn je ist die Politik hier gefordert, langfristig gangbare Lösungswege zu entwickeln.

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