Tabuthema Wochenbettdepression

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Eine neue Studie des Münchner Max-Planck-Instituts zeigt, dass Wochenbettdepressionen bei Schwangeren vorhergesagt werden können.

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Eine aktuelle Studie des Münchner Max-Planck-Instituts hat biologische Marker belegt, mit denen sich eine spätere Wochenbettdepression bei Schwangeren vorhersagen lässt. An der nicht ungefährlichen Störung erkranken jährlich rund 100.000 Mütter in Deutschland – das Thema jedoch ist weitestgehend tabu.

Wochenbettdepression bei rund 13 Prozent aller jungen Mütter

Die meisten Frauen erholen sich problemlos von den Turbulenzen, die der Hormonhaushalt vor und nach der Geburt verursacht. Rund 13 Prozent vor allem der jüngeren Mütter erkranken jedoch an der Wochenbettdepression, die gefährliche Formen annehmen kann. Die jungen Frauen können ihr Baby “nicht riechen”, befürchten selbst- und kindzerstörerische Tendenzen und leiden persönlich zutiefst. Ihre Umgebung reagiert zwischen ignorierend, abweisend und schockiert, selbst Ärzte wollen das Thema nicht immer wahrnehmen. Es stehen aber handfeste Fakten dahinter, wie das Münchner Max-Planck-Institut in einer im März 2014 veröffentlichten Studie nachwies. Die Depression hat hormonelle Hintergründe und ist zu prognostizieren. Demnach wäre durch eine gezielte Blutanalyse ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel festzustellen, ob für eine Frau die Gefahr einer Wochenbettdepression besteht.

Genetischer Hintergrund der Wochenbettdepression

Von 45 Risikopatientinnen aus der Untersuchungsgruppe des Max-Planck-Instituts entwickelten 17 eine entsprechende Depression nach der Geburt. Bei diesen 17 Frauen konnten die Forscher 100 unterschiedliche Gene identifizieren, die sich von denen gesunder Frauen unterscheiden. Östrogen spielt eine immense Rolle und könnte, da es leicht zu erkennen ist, in einem Frühwarnsystem als Marker Nummer eins untersucht werden. Damit würde den Frauen eine wesentlich bessere Behandlung zuteil, vor allem aber würde das Thema mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Die Tabuisierung der Wochenbettdepression, so die Forscher, berge ernsthafte Gefahren für Mutter und Kind. Sie könne die Ursache nicht nur für schwer begründbare Adoptionsfreigaben, sondern auch für das Ablegen der Kinder in Babyklappen oder für Vernachlässigung und Misshandlung sein.

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