Studie legt Defizite bei Pflegeheimen offen

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In Rheinland-Pfalz und in Bayern sind rund 80 Prozent der Heime negativ aufgefallen, in Brandenburg waren es nur 40 Prozent.

Über 60 Prozent der Pflegeheime in Deutschland fallen in einer aktuellen Untersuchung negativ auf. Besonders schlimm trifft es das Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Verhältnis ist dort die Pflege außerdem sehr teuer, obwohl die Leistungen mit dem hohen Preis nicht mithalten. Erstellt wurde die Studie von dem Recherchezentrum correctiv.org.

In den letzten Monaten haben sich Reporter und Programmierer des Recherchezentrums correctiv.org die Daten von deutschen Pflegeheimen angesehen. In der Untersuchung zeigte sich eine Reihe von Problemen. Ein Bericht in der Apotheken-Umschau lässt zusätzlich aufhorchen, dort war zu lesen, dass in Rheinland-Pfalz vier von fünf Heimen bei der routinemäßigen Qualitätsüberprüfung der gesetzlichen Krankenkassen negativ aufgefallen sind. Im Vergleich sind die Preise in Rheinland-Pfalz aber deutlich höher als in allen anderen Bundesländern. In der Pflegestufe III müssen Betroffene 3.453 Euro pro Monat für einen Pflegeplatz zahlen.

Fünf Bereiche wurden von correctiv.org analysiert. Dazu gehörten die Versorgung mit Nahrung und mit Flüssigkeit, der Umgang mit Schmerzpatienten und mit Inkontinenz, die Wundversorgung und die Medikamentenversorgung. Betrachtet man nur diese Bereiche, fallen 60 Prozent der Heime mit negativen Ergebnissen auf. Immer noch über 50 Prozent der Heime achten nicht auf eine korrekte Versorgung mit Arzneimitteln, und 30 Prozent halten sich nicht an die vorschriftsmäßige Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit.

Durch die Analyse sind zum ersten Mal auch Vergleiche zwischen den Bundesländern möglich. In Rheinland-Pfalz und in Bayern sind rund 80 Prozent der Heime negativ aufgefallen, in Brandenburg waren es nur 40 Prozent. Die Daten zeigen, dass die Qualität der Heimpflege in Deutschland stark schwankt. Sie zeigen auch, dass ein teures Pflegeheim nicht zwingend gut ist, wie gerade der Blick auf die teuren Heime in Rheinland-Pfalz offenbart. Und letztlich wird deutlich, dass es enorme Preisunterschiede bei den Heimen gibt. Das ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass sich bei jeder Finanzierung die Pflegekassen, die Sozialämter und die Heimbetreiber einigen müssen.

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