Studie Darmbakterien und Blut-Hirn-Schranke

Studie Darmbakterien
Foto: ©iStock.com/Tempura
Beeinflusst der Einsatz bestimmter Medikamente in der Schwangerschaft die Entwicklung neurologischer Krankheiten beim Ungeborenen?

Darmbakterien sind lebenswichtig. Sie spielen nicht nur eine bedeutende Rolle bei der Verdauung, sie sorgen auch für ein intaktes Immunsystem.

Eine Studie zeigt jetzt, dass Darmbakterien für die Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke beim Ungeborenen schon innerhalb der Gebärmutter benötigt werden. Die Blut-Hirn-Schranke schützt unser Gehirn vor schädlichen Einflüssen. Sie entwickelt sich bereits sehr früh, nämlich schon in der Schwangerschaft. Bei Mäusen passiert das etwa um den 17. Entwicklungstag herum.

Die Wissenschaftler aus Stockholm zogen für ihre Studie Muttertiere keimfrei auf. Das bedeutet, dass keine Bakterien im Darm vorhanden waren. Durch diesen Umstand blieb die Blut-Hirn-Schranke für schädliche Erreger durchlässig. Es zeigte also ganz deutlich, dass sich bei den Tieren keine intakte Blut-Hirn-Schranke entwickelt hatte. Wurden diese Mäuse auch nach der Geburt keimfrei gehalten, blieb der Zustand auch weiterhin so. Erst als die Wissenschaftler bei den Tieren eine Fäkal-Transplantation durchführten, bildete sich bei den jungen Nagern eine Blut-Hirn-Schranke.

Studie Darmbakterien: Einfluss auf die Blut-Hirn-Schranke

Die Studie zeigte also somit höchst eindrucksvoll, welch bedeutende Rolle die Darmflora im Bezug auf die Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke spielt. Diese jüngst gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick auf die Blut-Hirn-Schranke lassen zahlreiche Vermutungen zu. Voraussetzung ist allerdings, dass sie sich auf den Menschen übertragen lassen.

Es entstehen durch die Ergebnisse der Studie ganz neue Befürchtungen beim Einsatz von Antibiotika in der Schwangerschaft und im Verlauf der frühen Kindheit. Denn durch den Einsatz dieser Medikamente in diesem Zeitraum könnte eventuell die Entwicklung von neurologischen Erkrankungen, etwa der multiplen Sklerose beeinflusst werden. Viele Studien werden folgen müssen, um weiteres Wissen zu erzielen.

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Quelle: www.aerzteblatt.de

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