Steuererklärung – Kein Abzug bei freien Medikamenten

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Urteil Finanzgericht: Apothekenpflichtige Medikamente bei der jährlichen Steuererklärung geltend machen nur noch bei Vorlage eines ärztlichen Rezeptes

Wer apothekenpflichtige Medikamente bei der jährlichen Steuererklärung geltend machen will, dürfte zukünftig leer ausgehen. Geht es nach einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz, dürfen nur noch Kosten für Arzneimittel abgezogen werden, wenn ein ärztliches Rezept dafür vorliegt. Damit können Medikamente für die Hausapotheke oder für eine harmlose Erkältung in Zukunft nicht mehr als „Außergewöhnliche Belastungen“ angegeben werden (Az. 5 K 2157/12). Geklagt hatte ein Ehepaar, welches in der Einkommenssteuererklärung 2010 Aufwendungen für Arzneimittel in Höhe von über 1.418 Euro angesetzt hatte.

Urteilsbegründung mit Hinweis auf ärztliche Verordnung

Zur Begründung führte man an, dass diese Mittel aufgrund der Gesundheitsreform nicht mehr verschreibungspflichtig seien. Das Finanzamt akzeptierte aber nur Ausgaben, wenn eine ärztliche Verordnung vorlag. Gegen diese Entscheidung klagte das Ehepaar. Das Finanzgericht unterstrich nun die Entscheidung der Finanzbehörde und begründete das Urteil damit, dass die Aufwendungen formalisiert nachzuweisen sind. Eine Verordnung des Arztes oder eines Heilpraktikers sei deshalb zwingend, wenn man Ausgaben für Arzneimittel steuerlich geltend machen will.

Für Versicherte in der privaten wie in der gesetzlichen Krankenversicherung bedeutet das, dass alle Aufwände zukünftig mit Hilfe einer Überweisung nachzuweisen sind. Machen die Ausgaben für Arzneimittel allerdings eine entsprechende Größenordnung aus, sollte man dieser Vorschrift durchaus folgen. Schließlich reduziert der Abzug der Aufwände das zu versteuernde Einkommen und mit ihm die Steuerzahlung.

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