Starke Zunahme an Betäubungsmittelabgabe in 2011

Es ist eine Meldung, die für Unruhe sorgen könnte: Im Jahr 2011 gingen in den Apotheken des Landes über acht Millionen Betäubungsmittel über den Ladentisch, davon machten die starken Schmerzmittel über sechs Millionen aus. Diese Zahlen beziehen sich allein auf die gesetzlich Versicherten, privat Versicherte sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Allerdings bleibt zu vermuten, dass ihre Zahlen keinesfalls besser aussehen werden.

Verordnungen insbesondere durch Allgemeinmediziner

Focus Online veröffentlichte nun diese erschreckenden Zahlen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts, das Rezeptdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen ausgewertet hatte. Die Verordnungen gehen mit einem Anteil von 47 Prozent vor allem auf die Allgemeinmediziner und die Internisten mit 17 Prozent zurück. Bei den starken Schmerzmitteln gingen sogar 56 Prozent auf das Konto der allgemeinen Ärzte, 22 Prozent wurden von Internisten verschrieben.

Gang zum Facharzt verhindert?

Für die Apotheken führt die Verwaltung dieser Abgaben zu einem hohen administrativen Aufwand, doch das allein scheint nicht einmal das große Problem zu sein. Viel gravierender ist die Frage, ob mit der verstärkten Abgabe der Betäubungsmittel von den Allgemeinmedizinern der Gang zum Facharzt verhindert werden soll, der möglicherweise mit anderen Methoden mehr erreichen könnte als die bloße Schmerzbehandlung. Und es bleibt die Frage, ob auch in der PKV vor allem auf die vordergründige Abstellung von Schmerzen abgestellt wird – ohne diese allerdings an der Basis zu behandeln.

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