Sorge vor Multiresistenten Krankheitserregern

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Trotz Einsatz 26 verschiedener Antibiotika: Frau verstarb infolge resistenter Keime – Multiresistente Krankheitserreger sind insbesondere in Krankenhäusern ein weltweit wachsendes Problem.

Immer häufiger gibt es gegen resistente Erreger keine wirksamen Mittel mehr. Dieser alarmierende Umstand wurde einer Frau in den USA zum Verhängnis. Nach einer Ansteckung mit Bakterien verabreichten ihr Ärzte 26 unterschiedliche Antibiotika, die alle keine Wirkung zeigten. Kurz darauf starb die Patientin im Krankenhaus.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada erlag eine Patientin einer Infektion, nachdem 26 Antibiotika keine Reaktion gegen die Krankheitserreger zeigten. Laut US-Seuchenabwehrzentrum CDC wurde ein multiresistenter Klebsiella-Pneumoniae-Keim im Blut der Rentnerin nachgewiesen. Dieser konnte nicht mit einem der in den USA zugelassenen Antibiotika bekämpft werden. Der Fall veranschaulicht, wie real die Gefahr durch Antibiotikaresistenzen ist.

Die Bedrohung lauert in Kliniken

Multiresistente Krankheitserreger sind insbesondere in Krankenhäusern ein weltweit wachsendes Problem. Immer mehr Patienten infizieren sich mit antibiotikaresistenten Keimen. Zahlreiche Erreger haben im Laufe der Zeit so erfolgreiche Strategien entwickelt, dass sie gegenüber Antibiotika immun wurden. Mediziner müssen andere Medikamente einsetzen, in manchen Fällen haben sie gar kein effektives Arzneimittel mehr zur Hand. Derartige Bakterien machen Ärzten zunehmend Sorge, da sie an sich harmlose Infektionskrankheiten unheilbar werden lassen.

Bis zu 30.000 Todesfälle pro Jahr möglich

Auch das Europäische Präventionszentrum ECDC ist alarmiert. Erst kürzlich warnte es vor einer Ausbreitung antibiotikaresistenter Erreger. Vor allem die Bedrohung durch den Keim Klebsiella pneumoniae stelle eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Die Zahl an Infizierten, die selbst gegen Reserveantibiotika resistent sind, sei in einem Zeitraum von wenigen Jahren von 6,2 auf 8,1 Prozent gestiegen. Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstreichen das. Sie stuft den Keim als dringende Gefahr für die menschliche Gesundheit ein.

Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums infizieren sich jährlich 400.000 bis 600.000 Patienten an resistenten Bakterien in Krankenhäusern. Davon sterben 10.000 bis 15.000 an den Folgen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) geht von einem schlimmeren Szenario aus. Laut der medizinischen Fachgesellschaft erkranken rund eine Million Patienten an Infektionen, von denen mindestens 30.000 versterben.

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