Schockbilder auf Zigarettenpackungen sinnvoll?

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Abschreckende Bilder auf Zigarettenpackungen ab 2016 – Ist die Nikotinsucht stärker als die Angst?

Ab 2016 soll nun auch Deutschland abschreckende Bilder und große Warnhinweise auf Zigarettenpackungen darstellen. In vielen Ländern gibt es diese Schockbilder bereits seit Jahren. Ziel ist es die Risiken des Rauchens deutlich zu machen. Insbesondere junge Menschen sollen von den Bildern und Warnhinweisen abgeschreckt werden. Umfragen und Studien haben sich bereits mit der Wirkung und einem etwaigen Erfolg solcher abschreckenden Bilder beschäftigt.

In Ländern wie Australien, Brasilien und Kanada gehören Schockbilder seit Jahren auf Zigarettenpackungen. Neben, Missbildungen bei Neugeborenen, faulenden Zähne und schwarze Lungen sind zusätzlich noch große Warnhinweise auf den Schachteln sichtbar. Wer eine solche Schachtel in der Hand hält soll vom Nikotinkonsum und den daraus resultierenden Krankheiten abgeschreckt werden. Eine erste Forsa-Umfrage weist zunächst darauf hin, dass mehr als zwei Drittel der Deutschen nicht an einen Erfolg glaubt.

Genauere Studien haben in der Vergangenheit jedoch gezeigt, dass die Nikotinsucht gegenüber der Angst von Rauchern triumphiert und solche Schockbilder zum unmittelbaren Griff nach der nächsten Zigarette zunächst nicht zur Abstinenz führt.

Allerdings darf hierbei nicht eine Langzeitwirkung außer Acht gelassen werden. Die meisten Raucher sind sich heute sehr wohl bewusst, dass das Rauchen gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann. Eine dauerhafte Präsentation von den möglichen Auswirkungen macht eine bisher diffuse Erahnung der Auswirkungen sehr viel greifbarer und deutlicher. Mittel- bis langfristig könnte eine solche Penetration abschreckender Bilder zu einem Umdenken führen. Darüber hinaus ist diese Maßnahme ein weiterer Schritt gegen eine gesellschaftliche Akzeptanz des Zigarettenkonsums. Bereits die weitreichenden Verbote von Zigarettenkonsum in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten haben dafür gesorgt, dass Zigaretten nicht mehr allgegenwärtig sind.

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3 Kommentare

  1. Suggestive Wirkung nicht verstanden : Aufgedrückte Schockbilder drücken zurück: actio = reactio

    Da ist die SUGGESTION und ihre Wirkung immer noch nicht verstanden. Wirkungen wirken immer im Kontext mit anderen Wirkungen. Wenn wir weiter so schludrig beobachten und Maßnahmen pi mal Daumen starten, müssen wir weiter damit rechnen, dass der Schuss nach hinten losgeht. Empfehle wieder mal COUÉ zum LERNEN, was SUGGESTION ist und wie sie wirkt.
    Franz Josef Neffe

  2. In Sachen Nikotinbekämpfung hinken wir hier tatsächlich um Jahre zurück. Wenn ich mich richtig erinnere hab ich diese Schockbilder in Brasilien schon 2005 gesehen. Damals war ich noch Raucher und ja die Bilder haben mich nicht gerade fröhlich gestimmt. Dennoch haben sie mich natürlich nicht davon abgehalten zur nächsten Zigaretten zu greifen. Aber zu denken gibt einen das schon, wenn man diese grausamen Verstümmelungen sieht. Ich habe übrigens vor drei Jahren aufgehört und nicht zugenommen!

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