Rheuma – Neue Medikamente unterbrechen den Prozess der Entzündung

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Foto: ©iStock.com/DKart
Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Frankfurt beschäftigte sich jetzt aktuell mit den eher seltenen und wenig erforschten Rheuma-Leiden.

An Rheuma leiden nicht nur ältere Menschen, überwiegend sind jedoch Frauen davon betroffen. Es sind vor allem starke Schmerzen in den Gelenken, die das Leben der Patienten oft unerträglich machen. Mittlerweile leiden mehr als eine halbe Millionen erwachsen gewordene Personen unter den verschiedensten Formen des Rheuma. Bei manchen dieser Formen der Autoimmunerkrankung werden sogar Organe, Gewebe oder die Haut angegriffen.

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Frankfurt beschäftigte sich jetzt aktuell mit den eher seltenen und wenig erforschten Rheuma-Leiden. Diese sind bis heute sehr schwer zu behandeln. Für die seltenen Formen, wie Kollagenosen und Vaskulitiden, ist die medikamentöse Therapie noch extrem eingeschränkt. Mehr Wirkstoffe sind also dringend notwendig. Die neu erforschten Medikamente müssten aber viel zügiger die Zulassungsverfahren durchlaufen.

Jede neu entwickelte Substanz ist daher äußerst willkommen. Man setzt sie zeitweise sogar ohne offizielle Zulassung bei bestimmten Krankheitsbildern ein. Aber nur dann wenn es wissenschaftlich und klinisch sinnvoll ist. Die Mediziner hoffen dadurch, dass Patienten mit speziellen Varianten von Rheuma eine schnelle Linderung der starken Beschwerden erreichen.

Diese Hoffnung ist auch durchaus berechtigt, denn die Wissenschaftler haben bereits einige vielversprechende Wirkstoffe entwickelt. Sie könnten schwere Entzündungen hervorrufende Vorgänge sogar durchbrechen, die durch ein fehlgeleitetes Abwehrsystem entstehen. Leider sind aber eben noch nicht alle Mittel zugelassen.

Im letzten Jahr wurde der Wirkstoff Secukinumab eingeführt. Er blockiert den Botenstoff Interleukin 17. Das Medikament wird bereits mit Erfolg bei Schuppenflechte mit Befall der Gelenke und auch bei Morbus Bechterew eingesetzt.

Doch es gibt seit geraumer Zeit noch zwei weitere Substanzen. Sie entfalten ihre Wirkung durch ein Blockieren der Weiterleitung von entzündlichen Signalen innerhalb der Abwehrzellen. Ihre Namen lauten Tofacitinib und Baricitinib. Es sind sogenannte Kinasehemmer. Kinase sind Enzyme, die bei Prozessen der Entzündung und Zerstörung eine Rolle spielen. Beide Wirkstoffe sind in ersten Studien bereits getestet worden und zeigen sich gut wirksam und verträglich. Man hofft daher, dass sie im nächsten Jahr zugelassen werden können.

Bei der Substanz Mavrilimumab wird die Zulassung allerdings noch eine Weile dauern. Bei ihr handelt es sich um einen Antikörper, der Fresszellen daran hindern soll Entzündungen zu verstärken.

Fazit:
Die Wirksamkeit der neuen Wirkstoffe ist vielversprechend. Es ist für Betroffene jedoch auch wichtig den Lebensstil entsprechend zu ändern. Auch dadurch lässt sich der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Vor allem Raucher sind hierbei angesprochen. Das belegen zahlreiche Studien. Aktive, aber auch ehemalige Raucher, haben ein um 40 Prozent höheres Risiko an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Forscher sind der Ansicht, dass Stoffe im Rauch von Zigaretten die Bildung von bestimmten Eiweißen im Gewebe begünstigen und so die Krankheit auslösen.

Im Hinblick auf die Ernährung vermutet man, dass Omega-3-Fettsäuren vorbeugend wirken. Das zeigt eine schwedische Studie. Vor allem Frauen profitieren von häufigem Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten.

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Quelle: www.fr-online.de

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