Resistente Bakterien: Wirkstoff entdeckt?

spritzen-med

Offenbar wurde eine Substanz gefunden, die auch Bakterien tötet, welche bisher als resistent gegen Antibiotika galten.

Mandelentzündungen, Harnweginfektionen und Tuberkulose mögen in ihren Auswirkungen und Symptomen unterschiedlichster Natur sein, doch eine Gemeinsamkeit besitzen sie alle: Häufig sind Bakterien die Verursacher der schmerzhaften oder gar gefährlichen Erkrankungen. Behandelt werden sie gerne mit Antibiotika, doch Mediziner und Patienten sehen sich zunehmend vor das Problem gestellt, dass manche Bakterien gegen den Einsatz der hochwirksamen Medikamente schlicht resistent sind. Die Anzahl dieser resistenten Bakterien nimmt seit Jahren in einem erheblichen Maße zu, doch nun scheint amerikanischen Forschern der Durchbruch gelungen zu sein: Offenbar wurde eine Substanz gefunden, die auch Bakterien tötet, welche bisher als resistent gegen Antibiotika galten.

Kostenloser Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung>>

Entdeckt wurde das Mittel zunächst bei einem Einsatz in Mäusen, dort wurden bisher resistente Erreger nahezu vollständig abgetötet. Dies ist das Ergebnis einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Northeastern University in Boston in den Vereinigten Staaten. Nach Ansicht der Forscher könnte daraus ein Medikament entwickelt werden, das auch für den Menschen verträglich ist. Sollte dies der Fall sein, wäre der Medizin ein Durchbruch bei der Medikation von chronischen Infektionskrankheiten gelungen.

Entdeckt worden war die hochwirksame Substanz ADEP eher per Zufall, denn eigentlich gehört genau dieser Wirkstoff zu den Mitteln, gegen die viele Bakterien heute resistent sind. Aus der Kombination mit klassischen Antibiotika hätte sich allerdings ein Mittel ergeben, das zuverlässig viele Bakterien abtöten könnte. Im Ergebnis könnte ADEP als mögliche Waffe gegen resistente Bakterien eingesetzt werden.

Im nächsten Schritt werden die Forscher der Universität gemeinsam mit einem Biotech-Unternehmen ein Medikament aus der hochwirksamen Substanz entwickeln. Kommentiert wurde die Studie bereits vom Fachjournal „Nature“. In Zukunft könnten endlich auch Antibiotika bei hartnäckigen Infektionen eingesetzt werden, die bisher kaum als behandelbar und als heilbar galten. Für unzählige Patienten, die bisher mit Bakterien infiziert waren, gegen die keine Antibiotika helfen konnten, dürfte sich damit ein Licht am Ende des Tunnels abzeichnen.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.