Regt Süßstoff den Appetit an?

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Foto: ©iStock.com/Tempura
Süßstoff scheint das Essverhalten deutlich zu beeinflussen, auch wenn er keine verwertbaren Kalorien hat.

Gibt man Mäusen und Fliegen für eine gewisse Zeit Sucralose in ihr Futter, regt das bei ihnen gewisse Hirnzellen an. Dadurch kommt es zu einem Hungergefühl, die Tiere fressen mehr. Süßstoff scheint also das Essverhalten deutlich zu beeinflussen, auch wenn er keine verwertbaren Kalorien hat. Sucralose ist so ein Süßstoff. Er wird durch Chlorierung von Rohrzucker hergestellt und ist frei von Kalorien. Die Süßkraft ist gegenüber Rohrzucker 600 mal höher.

Es ist schon seit längerer Zeit bekannt, dass Süßungsmittel ohne Kalorien bei anhaltendem Verzehr den Appetit anregen und so zu einer Zunahme des Gewichts führen. Jetzt haben australische Forscher erstmals entdeckt, wie das zustande kommt. Sie gaben Fliegen und Mäusen für einige Tage den Süßstoff Sucralose ins Futter und ersetzten ihn dann anschließend durch Rohrzucker. Dadurch erzielten sie eine, bisher unbekannte, Aktivierung eines Netzwerks von Hirnzellen. Dieses Netzwerk registriert sowohl den süßen Geschmack als auch die Zufuhr von Kalorien. Dabei kommt es durch den Genuss von Süßstoff offensichtlich zu einer Diskrepanz, der das Geschmacksempfinden und den Kaloriengehalt betrifft. Es entwickelt sich ein falsches Hungersignal und das wiederum verstärkt die Nahrungsaufnahme. Wer also permanent künstlichen Süßstoff zu sich nimmt, isst automatisch mehr.

Die Wissenschaftler der University of Sydney erklären den Effekt damit, dass der Körper bei der Aufnahme von Süßigkeiten automatisch auch mit einer Zufuhr von Kalorien rechnet.
Wenn trotz der Süße keine Kalorie ankommt, entstehen Reaktionen im Gehirn, die sonst nur bei Hunger ablaufen.

Fazit:
Lassen sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen, dürften Süßungsmittel ohne Kalorien in Zukunft für Übergewichtige nicht mehr empfohlen werden. Zunächst müssen aber weitere Studien durchgeführt werden, welche die Nebenwirkungen auf den Stoffwechsel und auf die Regulation der Energiebilanz klären.

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Quelle: www.wissenschaft-aktuell.de

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