Wie werden Leistungen der Pflegeversicherung beantragt?

Hier finden Sie umfassende Informationen für den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung – Wer das erste Mal Leistungen der Pflegeversicherung beziehen möchte, steht vor einem komplexen Thema. Hier finden Sie die notwendigen Informationen zur Vorgehensweise zur Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung. Dabei zeigen wir Ihnen insbesondere die Vorgehensweise zur Beantragung von ambulanten Pflegeleistungen bei der Pflegestufe 1.

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1. Kontakt zur Krankenversicherung aufnehmen

Zu allererst ist es ratsam den direkten Kontakt zur Krankenversicherung aufzunehmen. Häufig bieten diese bereits telefonische Beratungsmöglichkeiten zur Antragsstellung von Pflegeleistungen. Im Gespräch kann üblicherweise auch sogleich das entsprechende Antragsformular für die Gewährung von Pflegeleistungen angefordert werden, welches die Krankenkasse per Post zusendet. Hier können Sie sich ein Muster für den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung ansehen. Einen weiteren Überblick über die Themen der Pflegeversicherung (Pflegestufen, Beiträge, Pflegelücke) finden Sie hier.

2. Pflegedienst suchen und Kosten ermitteln

Auf den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung von der Krankenkasse muss bereits ein Pflegedienst eingetragen werden. Daher ist es zunächst notwendig einen geeigneten Pflegedienst zu suchen. Eine gute Möglichkeit einen Pflegedienst in der unmittelbaren Nähe zu finden bietet der AOK Pflegedientsnavigator unter www.aok-pflegedienstnavigator.de. Neben einer Postleitzahlensuche bietet der Navigator auch ein Kostenberechnungstool. Der Rechner ist recht übersichtlich gestaltet, so dass es leicht fällt die Pflegepreise zu ermitteln. Wer das Leistungs- und Preisangebot der Pflegedienste sich anschaut, wird schnell sehen, dass beide Faktoren bei den entsprechenden Pflegediensten nicht gleichmäßig sind. Ein weiterer Grund für die Nutzung eines einfachen Kostenrechners. Hier sehen Sie ein Beispiel für Leistungen und Preise eines Pflegedienstes.

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3. Voraussetzungen prüfen um Leistungen von der Pflegeversicherung zu beziehen

Grundsätzlich gilt, dass ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten gegeben sein muss, in denen der Pflegebedürftige seinen Alltag nicht mehr selbständig regeln kann.

Hilfebedarf ermitteln
Der Hilfebedarf wird in zwei verschiedenen Arten unterteilt:

a) Die hauswirtschaftliche Versorgung
Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst Hilfestellungen in den Bereichen Einkaufen gehen, wichtige Wege zu Ämtern, Nahrungszubereitung, Säuberung der Wohnung oder auch waschen der Kleider.

Hinweis: Gewünschte Hilfestellungen welche nur auf die hauswirtschaftliche Versorgung gerichtet sind, werden nicht als Pflegebedürftig akzeptiert. Für einen erfolgreichen Pflegeantrag ist die Bedürftigkeit im Bereich der Grundpflege Wesentlich.

b) Grundpflege
Die Grundpflege bezieht sich insbesondere auf folgende Hilfestellungen

1. Hilfe zur Körperpflege

  • Baden
  • Darm- und Blasenentleerung
  • Duschen
  • Kämmen
  • Nahrungsaufnahme
  • Rasieren
  • Waschen

2. Hilfe zur Mobilität

  • An- und Auskleiden
  • Gehen
  • Stehen
  • Treppensteigen
  • Umlagern
  • Verlassen und Betreten der Wohnung
  • Selbstständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen

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Voraussetzungen für die Pflegestufe 1

Die Pflegestufe 1 wird anerkannt, wenn mindestens einmal pro Tag zwei Hilfeleistungen aus den Bereichen der Grundpflege benötigt werden. Zusätzlich müssen mehrmals pro Woche Hilfeleistungen aus den Bereichen der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Dabei wird als zeitlicher Rahmen eine notwendige Hilfeleistung von insgesamt mindestens 90 Minuten pro Tag verlangt. Der überwiegende Teil mit 46 Minuten pro Tag muss dabei auf die Leistungen der Grundpflege entfallen.

Drei Varianten der häuslichen Pflege
Die Pflege in der eigenen Wohnung kann in drei verschiedenen Varianten erfolgen.

1. Sachleistung
Die Pflegeleistungen werden durch Pfleger eines ambulanten Pflegedienstes übernommen, welche regelmäßig in die Wohnung kommen.

2. Pflegegeld
Die Pflegeversicherung zahlt ein Pflegegeld. Die Pflegeleistungen werden hierbei durch Verwandte oder Freunde erbracht.

3. Kombination Sachleistung und Pflegegeld

Kostenübernahme der Pflegeversicherung und Voraussetzungen

Kostenübernahme Sachleistung (ambulanter Pflegedienst)
Die Kostenübernahme für einen ambulanten Pflegedienst bei der Pflegestufe 1 liegt derzeit bei bis zu 440,00 Euro im Monat. Die Bedingung zur Kostenübernahme ist ein entsprechender Pflegevertrag zwischen dem ausgewählten Pflegedienst und dem Pflegebedürftigen.
Hinweis: Der gewählte ambulante Pflegedienst muss von der eigenen Pflegeversicherung zugelassen sein. Eine entsprechende Nachfrage bei der eigenen Krankenversicherung ist hier ratsam.

Kostenübernahme Pflegegeld (Pflege durch Verwandte oder Freunde)
Die Höhe der Kostenübernahme bei einer Pflege durch Verwandte oder Freunde durch die Pflegekasse liegt bei bis zu 225,00 Euro im Monat für die Pflegestufe 1. Das Pflegegeld wird an den Pflegebedürftigen ausgezahlt.

Hinweis: Die Kosten eines Pflegedienstes können schnell die Kostenübernahme durch die Pflegekasse übersteigen (sog. Pflegelücke). Dies kann zu einer großen finanziellen Belastung der Angehörigen führen. Hier finden Sie Informationen und Pflegespezialisten, welche Ihnen zeigen können, wie Sie diese Pflegelücke durch eine private Pflegeversicherung schließen können: Informationen zur Schließung der Pflegelücke

Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellen

Das Dokument zum Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung ist überraschend übersichtlich. Üblicherweise sind die persönlichen Daten (Name, Adresse, KV-Nummer etc.) bereits von der Kasse ausgefüllt. Selbst noch auszufüllen sind nun die gewünschte Pflegeleistung, Bankdaten, gewählter Pflegedienst und Umfang des Hilfebedarfes (damit die Pflegeleistungen übernommen werden können, sollten alle drei Felder angekreuzt werden – Ernährung, Bewegung, Körperpflege). Zusätzlich muss noch der Name und die Adresse des behandelnden Arztes angegeben werden.
Hinweis: Der Antrag der Leistungen kann noch nachträglich verändert werden.

Nach Antragstellung

Nach der Antragstellung wird der medizinische Dienst zur Begutachtung von der Kasse beauftragt und erstellt ein entsprechendes Gutachten. Dieses Gutachten entscheidet letztendlich über den Antrag.

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