Private Krankenversicherung weiter in der Diskussion

Die Diskussionen um die Krankenversicherungen reißen in diesem Jahr anscheinend nicht ab. Beinahe wöchentlich melden sich unterschiedliche Akteure, um Stellung für oder gegen die private Krankenversicherung zu beziehen. Das dabei einige Akteure selbst Schaden am Ruf und der eigenen Kompetenz nehmen, dürfte ausgemacht sein. Die Liste der Auseinandersetzungen ist allein in diesem Jahr bereits sehr lang.

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Aktuelle Streitpunkte
Der aktuellste Streitpunkt wurde durch eine Studie der AOK entfesselt. Hierbei hatte die AOK insbesondere den Beitrag für die private Krankenversicherung anvisiert. Nach der hauseigenen Kalkulation steht es demnach äußerst schlecht um die PKV (Wir berichteten: AOK mit Studie gegen PKV; 2. Mai 2012). Eine der Kernbotschaften bezog sich auf die Finanzierung der PKV und der Annahme, dass die Kostenbelastungen durchschnittlich um 2.700,- Euro zu niedrig angesetzt sind. Im Umkehrschluss werden damit praktisch den Privatversicherten explodierende PKV Preise prognostiziert und das ausgerechnet von der AOK. Das nun eine gesetzliche Krankenkasse die Kosten und Beiträge der privaten Krankenvollversicherung auswertet und beurteilt, zeigt welche Qualität die Auseinandersetzung mittlerweile hat.

PKV holt zum Gegenschlag aus

Das solche Angriffe nicht lange auf eine Reaktion warten lassen, hätte auch den Verantwortlichen der AOK klar sein müssen. Und so hat der Verband der Privaten Krankenversicherer bereits sich dementsprechend geäußert und seine eigene Sicht der Verhältnisse kund getan. Und dabei wurde argumentiert, dass die AOK und auch die GKV keine Vorsorge oder Sicherung für die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die steigenden Gesundheitsausgaben bildet. Demgegenüber hat die private Krankenvollversicherung für ihre Versicherten bereits knapp 150 Milliarden Euro kapitalgedeckte Vorsorge angehäuft und ist damit deutlich besser für die Zukunft gewappnet. Damit nicht genug wurde auch die Entwicklung des AOK-Höchstbeitrag in den vergangenen 40 Jahren als Negativbeispiel herbeigeholt, welcher sich von etwa 750 Euro auf heute ca. 7100 erhöht hat. Zu guter letzt wurden auch die öffentlichen Zuschüsse und damit die Belastung der Steuerzahler durch die GKV genannt. Gerade hier scheint die gesetzliche Krankenkasse aufgrund seiner finanziellen Abhängigkeit von öffentlichen Geldern immer wieder angreifbar zu sein. Denn während die Angriffe der AOK auf die PKV eher die Entwicklung der Beiträge als Ziel haben, so könnte man meinen, dass der Gegenschlag der PKV im weitesten Sinne auf die Leistungen der GKV zielen. Denn wenn öffentliche Gelder fehlen, dann können Versicherte mit Leistungskürzungen konfrontiert werden. Und gerade hier ist die Verunsicherung bei Versicherten der GKV groß.

Chronologie Streit PKV und GKV 2012

Mit den Auseinandersetzungen der AOK erreicht die Auseinandersetzung nun einen vorläufigen Höhepunkt. Doch der Streit gärt bereits seit Jahresbeginn.

Wir berichteten am 5. Januar 2012
Pünktlich zum Jahresbeginn forderte der Bund der Versicherten eine Änderung in der PKV-Beitragsberechnung
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Wir berichteten am 20. März 2012
Aus den Reihen der Union kommt die Forderung die private Krankenversicherung für alle Versicherten zu öffnen.
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Wir berichteten 30. März 2012
Verbraucherzentralen veröffentlichen eine Auswertung von 144 Beschwerdefällen in der privaten Krankenversicherung, welche eine Beitragserhöhung von durchschnittlich 23,9 Prozent erzielten.
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Wir berichteten 24. April 2012
Die LINKE reicht eine parlamentarische Anfrage ein, wodurch die Bundesregierung Zahlen zur Beitragsentwicklung der privaten Krankenversicherung nennt.
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Wir berichteten 30. April 2012
Der Arbeitskreis Krankenversicherungen veröffentlicht aufgrund unterschiedlicher Beitragsentwicklungen, von verschiedenen Quellen, eine Übersicht zu den Entwicklungen der PKV Beiträge
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Wir berichteten 2. Mai 2012
Die AOK veröffentlicht eine Studie zu den Beitragsentwicklungen der privaten Krankenversicherung.
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