Private Krankenversicherung vor neuer Wechselwelle?

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Die Anzahl der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzlichen Krankenkassen hat in den vergangenen Jahren zugenommen.

Neue Zahlen zeigen, dass die Zahl der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzlichen Krankenkassen in den letzten Jahren zugenommen hat. Dabei unterliegt dieser Wechsel strengen Voraussetzungen, er ist nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen möglich. Noch vor wenigen Jahren war die Situation umgekehrt, damals liefen den gesetzlichen Krankenkassen die Kunden weg. Doch eine gute Lage am Arbeitsmarkt und hohe Hürden für den Zugang zur privaten Krankenversicherung haben die Lage ins Gegenteil verkehrt. Zeichnet sich nun ein Paradigmenwechsel in der Krankenversicherung ab?

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Bis zum Jahresende 2012 schienen die gesetzlichen Krankenkassen kontinuierlich an Mitgliedern zu verlieren. Doch seit 2013 kehrt sich die Lage um, denn seit diesem Zeitpunkt wechseln immer mehr Privatversicherte in die GKV. Die Versicherungsforen Leipzig weisen diesen Trend in einer ihrer aktuellen Veröffentlichungen aus.
Welche Schlüsse sich aus den Veränderungen ziehen lassen, wird von den Vertretern der PKV und der GKV natürlich ganz unterschiedlich beurteilt. Der PKV-Verband sieht hier einen Sondereffekt, weil durch die gute Beschäftigungslage am Arbeitsmarkt immer mehr Selbständige in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wechseln und dort ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze beziehen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer sei nämlich im Jahr 2014 zum Vergleich zu 2013 um 424.000 Personen angestiegen, die Zahl der Selbständigen habe sich dagegen um 52.000 reduziert. Und auch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze in den Jahren 2014 und 2015 führte dazu, dass sich weniger Menschen privat versichern können. Mit dieser Entwicklung geht ein Trend der PKV-Versicherer einher, die die Einsteigertarife aus dem Sortiment genommen haben und nun ganz bewusst keinen sehr preiswerten Versicherungsschutz mit reduzierten Leistungen mehr anbieten wollten.

Der GKV-Spitzenverband bewertet die Übertritte naturgemäß als Ausdruck für die schlechteren Leistungen und der hohen Beitragssteigerungen in der privaten Krankenversicherung. Ob diese Betrachtung einer objektiven Bewertung standhalten könnte, ist derzeit nicht analysiert. Spannend dürfte aber sein, ob dieser Trend sich auch bis zum Jahresende 2015 so darstellt.

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