Private Krankenversicherung: Verhaltensbasierte Tarife sind gefragt

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Foto: ©iStock.com/Henk Badenhorst
Jetzt wurden Versicherte dazu befragt, ob sie verhaltensbasierte Tarife für die private Krankenversicherung nutzen würden und als vorteilhaft erachten.

Die Deutschen sind gegenüber verhaltensbasierten Krankenversicherungstarifen für die private Krankenversicherung recht offen. Wenn Versicherte für gesundes Verhalten belohnt werden, erscheint das durchaus gerecht und fair. Allerdings gibt man nur ungern Gesundheitsdaten an den Versicherer heraus. Zu den Ärzten haben die Versicherten offenbar mehr Vertrauen. Das geht aus einer aktuellen Studie der HSBA Hamburg School of Business Administration hervor, die jetzt veröffentlicht wurde.

Immer häufiger bieten Krankenversicherer Apps oder Onlineanwendungen an. Ein Diabetes-Management oder die Abrechnung von Rezepten und Belegen ist mehr und mehr digital möglich. Jetzt wurden Versicherte dazu befragt, ob sie verhaltensbasierte Tarife nutzen würden und als vorteilhaft erachten. Im Ergebnis erklärten 60 Prozent der Teilnehmer, dass verhaltensbasierte Tarife sinnvoll sind. Beispielsweise könnte man Daten zur gesunden Ernährung oder zur vernünftigen Lebensweise an den Versicherer übermitteln, wenn sich dadurch die Beiträge für die Private Krankenversicherung senken lassen. Wenn dagegen das Risiko von Erkrankungen durch das eigene Verhalten erhöht wird, ist man bereit, mehr für den Schutz zu zahlen.

Allerdings sind nicht alle Versicherten dieser Meinung, wobei die Tendenz in Richtung Zustimmung durchaus gegeben ist. Ein unverschuldetes Risiko sollte allerdings nicht bestraft werden, wie viele Studienteilnehmer angaben. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung der Versicherten, was man als gerecht empfinden würde und was als ungerecht betrachtet wird. Sehr gerecht empfindet man die Prämienkalkulation, wenn die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen gegeben ist, wenn der Versicherte ein starker Raucher ist oder häufig Alkohol trinkt. Auch bei einer gesunden Ernährung sieht man einen gerechten Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie.

Vor allem der Nikotinkonsum sollte in die Prämienkalkulation eingehen, befanden die Teilnehmer. Die Schlafdauer, das Geschlecht oder die Körpergröße dürften dagegen keinen Einfluss auf die Höhe der Prämie haben. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Versicherer sich nach den Präferenzen der Versicherten richten.

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