Private Krankenversicherung: Medizinische Notwendigkeit bleibt Streitpunkt

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Über 80 Prozent der Beschwerden sind auf die private Krankenversicherung entfallen, die private Zusatzversicherung ist also davon weitaus weniger betroffen.

Die Frage nach der medizinischen Notwendigkeit bleibt weiterhin der häufigste Diskussionspunkt zwischen den privaten Krankenversicherern und ihren Versicherten. Das geht aus der neuesten Studie des PKV-Ombudsmanns hervor. Er hat jetzt seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2015 vorgelegt. Erfreulich ist aber, dass sich die Beschwerdezahlen insgesamt rückläufig entwickeln.

Bereits zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der Beschwerden gesunken. Sie lag im vergangenen Jahr bei 5.770 Fällen, das entspricht einer Reduzierung von zwei Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Die Beschwerdequote beträgt damit insgesamt 0,013 Prozent, der Gesamtbestand an Verträgen macht rund 43 Millionen aus. Über 80 Prozent der Beschwerden sind auf die Vollversicherung entfallen, die private Zusatzversicherung ist also davon weitaus weniger betroffen. Immer noch 20 Prozent entfallen auf das Krankentagegeld, die Pflegeversicherung ist von Beschwerden dagegen kaum betroffen. Auch die Auslandsreisekrankenversicherung war nur in einem Prozent der Fälle Anlass für Auseinandersetzungen.

Unterschiedliche Meinungen zur medizinischen Notwendigkeit sind der häufigste Grund für Beschwerden. Über 20 Prozent der Beschwerden entfielen auf diese Kategorie. Klar ist, dass sich die Frage nach der medizinischen Notwendigkeit immer nur im Einzelfall beurteilen lässt. Deshalb ist für die Beurteilung auch immer ein gewisser Spielraum erforderlich. Trotzdem ist die Zahl der Beschwerden dazu in den letzten Jahren gestiegen. Das könnte durch den zunehmenden Kostendruck der Versicherer begründet sein, er führt dazu, dass Rechnungen beim Einreichen gründlicher geprüft werden. Immerhin drei Prozent der Versicherten gaben an, sich wegen Problemen beim Tarifwechsel zu beschweren. Durch den im Jahr 2014 veröffentlichten Tarifwechsel-Leitfaden, der jetzt von 24 Anbietern umgesetzt ist, erwartet man weitere Reduzierungen der Zahlen.

Im Jahr 2015 wurden 3.935 Beschwerden abgeschlossen, in rund 25 Prozent konnte man dem Versicherten ganz oder mindestens teilweise helfen. In fast 75 Prozent der Fälle war leider keine Einigung zu erzielen.

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