Private Krankenversicherung auch für junge GKV-Kunden attraktiv

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Durchgeführt wurde die Befragung mit GKV-Versicherten im Alter von 18 bis 35 Jahren.

Schon junge Menschen zeigen Interesse an einer privaten Krankenversicherung: Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Immerhin ein Drittel der befragten jungen gesetzlich Versicherten erachten die Behandlung durch einen Chefarzt als vorteilhaft. Knapp 60 Prozent glauben, dass die schnelle Vergabe von Arztbesuchen positiv zu bewerten ist. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Analyse des Rechercheinstituts Appinio hervor, die im Auftrag der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) erstellt wurde.

Durchgeführt wurde die Befragung mit GKV-Versicherten im Alter von 18 bis 35 Jahren. Diese Zielgruppe hat als Arbeitnehmer häufig noch keinen Zugang zur privaten Krankenversicherung, weil das Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Rückerstattung von überzahlten Beiträgen bei einer Nichtinanspruchnahme der Leistungen steht mit knapp 40 Prozent der Nennungen auf dem dritten Platz und damit ebenfalls weit oben in der Gunst der Versicherten.

In der Umfrage wurde außerdem deutlich, dass die jungen Menschen Angst haben, langfristig zu erkranken. Auch fürchtet man Beschwerden durch psychischen und körperlichen Stress am Arbeitsplatz, immerhin 50 Prozent der Befragten sorgen sich darüber. Chronische Erkrankungen und ärztliche Fehldiagnosen sind weitere Ängste, die die junge Generation in 30 Prozent der Fälle plagen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche Krankenzusatzversicherungen von den Befragten besonders häufig in Anspruch genommen werden. An der Spitze steht die Zahnzusatzpolice mit 55 Prozent der Angaben, die Auslandsreisekrankenversicherung kommt mit über 40 Prozent auf den zweiten Rang. Nur 22 Prozent der Teilnehmer gaben an, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, während eine betriebliche Krankenversicherung für ein Drittel attraktiv ist.

Insgesamt macht die Analyse deutlich, dass junge Menschen heute sehr stark an ihrer Gesundheit und an einer optimalen ärztlichen Versorgung interessiert sind. Eine Vorsorge für den Pflegefall scheint dagegen noch in weiter Ferne zu sein. Mit einem frühzeitigen Abschluss einer Pflegeversicherung lassen sich allerdings Beiträge sparen. Dieses Bewusstsein muss offenbar noch geschaffen werden.

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1 Kommentar

  1. Ein wirklich grandioser Artikel in Zeiten von weit verbreitetem Pessimismus und „Halbwissen“ seitens verschiedener Autoren und Medien. Natürlich sind viele junge Menschen heutzutage, dank dem Internet, bestens informiert und legen daher großen Wert auf eine gesunde Lebensweise und die bestmögliche Absicherung für den Fall der Fälle. Eben diese Zielgruppe ist es, die dank der beiden Gesundheitssysteme frei wählen kann (sofern die Vorraussetzungen erfüllt sind) ob Sie sich privat oder gesetzlich versichern möchten. Schließlich haben beide Systeme nicht nur Vor- sondern auch Nachteile, weshalb sich jeder individuell an seiner persönlichen Situation und Lebensplanung orientieren sollte. Besten Dank an Dr. Claudia Kratz für diesen sehr guten Beitrag.

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