Private Krankenversicherung und die Versichertengruppen

Das Wissenschaftliche Instituts der Privaten Krankenversicherungen (WIP) hat erneut bemerkenswerte Zahlen aus einer neuerlichen Untersuchung vorgelegt. Diese zeigt, dass die Wahrnehmung der privaten Krankenversicherung und die tatsächliche Realität mittlerweile nicht mehr Hand in Hand gehen. Insbesondere die Zusammensetzung der Versichertengruppen lässt aufhorchen, sieht es doch bald beinahe so aus wie ein Querschnitt der Bevölkerung.

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Die Zusammensetzung der Versichertengruppen

Beamte nehmen heute in der PKV eine fast dominante Stellung ein. Das Diagramm zeigt hier, dass etwa jeder vierte in der privaten Krankenversicherung aus dieser Gruppe stammt. Diese Häufung ist nicht sonderlich verwunderlich, da gerade Beamte in der privaten Krankenversicherung von einer Reihe finanzieller Vorteile profitieren. Eine weitere Kennzahl aus dem Diagramm überrascht jedoch noch mehr. So soll laut der Untersuchung etwa jeder zweite Versicherte in der privaten Krankenvollversicherung nicht erwerbstätig sein. Damit ist diese in sich unterschiedlich zusammengesetzte Versichertengruppe (Arbeitslose, Rentner, Studenten, Kindern, Hausfrauen, Pensionäre) die größte und zugleich jene Gruppe, welche am meisten Sorgen bereiten dürfte. Gleichzeitig zeigen die anderen zwei Gruppen aus den erwerbstätigen Versicherten relativ geringe Anteile. So sind gerade einmal 11% Arbeitnehmer und 16% Selbständige in der PKV versichert.

Interessant ist neben den Berufsgruppen auch die soziale Zusammensetzung. Bereits im April hatte das WIP mit seinen Ergebnis zum relativen Kinderreichtum unter den Versicherten der PKV für Aufsehen gesorgt (Wir berichteten: Versicherte in der privaten Krankenversicherung haben mehr Kinder; 27. April 2012). Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass nicht nur viele Kinder und Familien in der PKV versichert sind, sondern auch die Bildungsniveaus aller Kategorien vorhanden sind. Die ausgearbeiteten Zahlen geben auch zugleich eine Vermutung, weshalb gerade wenn es um die Beiträge der PKV Anbieter geht, die Gemüter sich erhitzen. Denn bei einen solchen bunten Querschnitt durch die Gesellschaft, kann es sich unmöglich um mehrheitlich Besserverdienende handeln.

80 Prozent unter der Versicherungspflichtgrenze

Die an der Untersuchung tätigen Mitarbeiter dürften recht überrascht gewesen sein hinsichtlich der Erreichung der Versicherungspflichtgrenze. Doch wenn man nun die Versicherten der privaten Krankenversicherung detailliert betrachtet und dabei feststellt, dass jeder zweite nicht erwerbstätig ist, dann darf dieses Ergebnis nicht überraschen. Hinzu gesellen sich zwei weitere Zahlen, welche bereits auf ein solches Ergebnis zielen. Zum einem ist der Anteil der Angestellten recht gering. Und gerade diese Versichertengruppen erhält nur den Zutritt zur PKV bei Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze. Zum anderen ist auch der Anteil der Selbständigen in der PKV größer als die Gruppe der Angestellten. Und gerade bei der Gruppe der Selbständigen dürfte ein Teil der Versicherten unter der Versicherungspflichtgrenze liegen. Nicht selten wählen Existenzgründer oder auch Selbständige die PKV als Absicherung, um Beiträge für die Krankenversicherung zu sparen. Weitere Informationen zum Thema unter: Überdurchschnittlich viele Erwerbslose in der PKV.

Die Untersuchung zeigt deutlich, dass die private Krankenversicherung mitnichten eine Absicherung nur für einkommensstarke Versicherte bietet. Sie zeigt aber auch, wo die Probleme der PKV liegen können. Gerade die große Anzahl von Nichterwerbstätigen zeigt, dass den Anbietern Grenzen gesetzt sein dürften, hinsichtlich der Leistungs- und Beitragsentwicklung.

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