Politischer Streit über die private Krankenversicherung

Erneuter politischer Streit um die Private Krankenversicherung in der Koalition. Einen heftigen Streit um die Zukunft der privaten Krankenversicherung (PKV) gab es in den vergangenen Tagen zwischen der CDU und der CSU: Aus den Reihen der größeren Partei wurde berichtet, die PKV solle zukünftig nicht mehr nur einem eingeschränkten Kreis vorbehalten sein. Das sorgt nun für erheblichen Unmut bei der CSU, aber auch beim PKV-Verband. Während die Unionsparteien bisher in der Regel sich zur PKV bekannten, sind nun kritische Stimmen zu hören.

Forderung Private Krankenversicherung für alle
Der Vorschlag, die private Krankenversicherung für alle Versicherten zu öffnen, solle in der Klausurtagung der CDU im April auf die Tagesordnung gebracht werden, so die CDU. Die PKV nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen, sei nicht mehr zeitgemäß, hinzu kommen gravierende wirtschaftliche Probleme der privaten Krankenversicherer. Gerade diese Äußerung ruft den Unmut des PKV-Verbandes hervor, und auch in der CSU befürchtet man, dass die Öffnung der PKV für alle Versicherten den Wettbewerb zwischen der GKV und der PKV gerade im Preisvergleich der Krankenversicherungen zum Erliegen bringen werde, was zu einer Erhöhung der Beiträge führen dürfte. Die Versicherten in der PKV dürften also weiterhin mit Spannung nach Berlin schauen, wie es mit ihrer Krankenversicherung weiter geht.

Weitere Informationen zum Streit über die Zukunft der PKV

Für Außenstehende besitzt das Thema private Krankenversicherung in den Unionsparteien beinahe so etwas wie den Status eines Tabuthemas. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Aussagen vom CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn heftige Reaktionen bei der Union und auch beim PKV-Verband auslösten. Wie Jens Spahn erläuterte sei die Trennung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Krankenvollversicherung nicht mehr für die heutige Situation nachvollziehbar. Seinen Aussagen zur PKV verlieh der Gesundheitsexperte noch mehr Gewicht mit der Aussage, dass nicht einmal mehr auf einer CDU-Mitgliederversammlung eine Mehrheit zu erreichen wäre für diese Handhabe. Daneben wurden eine sinkende Akzeptanz in der Öffentlichkeit und starke Beitragssteigerungen als Negativfaktoren dargestellt. Mit diesen Erläuterungen gewinnt das Thema tatsächlich eine neue Qualität. Denn die politischen Gegner der Krankenvollversicherung waren bisher eher bei der LINKE oder der SPD zu finden.

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