Placebo-Effekt wird immer häufiger genutzt

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Immer mehr Pflegepersonal und Ärzte nutzen heute den Effekt, den Placebos beim Patienten auslösen können.

Placebo ist ein lateinisches Wort und bedeutet “Es wird mir gefallen”. Mit dem Begriff bezeichnet man in der Medizin ein Medikament, das keinen Wirkstoff enthält. Trotzdem gelingt es mit Hilfe eines Placebos oftmals eine positive Wirkung oder sogar die Heilung hervorzurufen. In einem solchen Scheinmedikament sind lediglich Füllstoffe wie Milchzucker und Stärke. Die Wirksamkeit hängt mit den Selbstheilungskräften der so behandelten Patienten zusammen.

Viele Mediziner nutzen daher immer häufiger den sogenannten Placebo-Effekt aus und reduzieren damit gleichzeitig auch noch unerwünschte Nebenwirkungen bei Patienten. Zusätzlich werden durch die Anwendung von Placebos hohe Kosten für teure Medikamente eingespart, denn die Scheinpräparate lassen sich sehr kostengünstig herstellen.

Forscher und Mediziner haben den Placebo-Effekt lange Zeit nur bei Studien wirklich ernst genommen und auch beachtet. Das scheint nun deutlich anders zu werden. Denn mit Hilfe der Scheinmedikamente kann man neben der Ersparnis von Kosten und der Verhinderung von Nebenwirkungen tatsächlich außerordentliche Erfolge bei der Behandlung von zahlreichen Krankheiten verzeichnen und das wird auch sehr häufig in die Praxis umgesetzt. Immer mehr Pflegepersonal und Ärzte nutzen heute den Effekt, den Placebos beim Patienten auslösen können. Das beobachten auch die Wissenschaftler des Philipp-Klee-Instituts für Klinische Pharmakologie des Helios-Klinikums Wuppertal.

Ähnliche Schlüsse ziehen Forscher einer schon etwas älteren Studie der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie zeigt auf, dass über 70 Prozent des Pflegepersonals und der Ärzte regelmäßig zu Placebos greifen und ihre Patienten damit fast immer zufriedenstellen können. Das lässt sich auch nachweisen. Messungen haben ergeben, dass Placebos das Immunsystem deutlich herunterfahren können. Denn durch die Scheinmedizin werden Mechanismen zur Selbstheilung aktiviert. Behandelt man also einen Patienten mit starken Schmerzen mit dem Placebo schüttet dieser Endorphine aus. Das sind körpereigene Opioide, die bei der Bekämpfung von Schmerzen helfen. Diesen Effekt kann man zusätzlich noch durch weitere Einflüsse modellieren. Das beginnt bereits beim Ausstellen eines Rezeptes. Denn wenn der behandelnde Arzt das Medikament als besonders wirksam und sehr gut verträglich schildert, ist auch der Patient viel eher davon überzeugt. Die Wirksamkeit eines Placebos kann sich somit also noch zusätzlich erhöhen.

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Quelle: www.faz.net

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