PKV-Versicherer wollen gemeinsames Leistungsmanagement

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Experten gehen davon aus, dass dieses Joint Venture ein zukunftsfähiges Modell ist, das auf der Ausgabenseite einige Veränderungen bewirken könnte.

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Die Barmenia, die Hallesche, die Gothaer und die Signal wollen in Kürze ein Joint Venture gründen. Damit sollen die Kosten der Versicherer optimiert werden, indem Prozesse rund um die Leistungsabrechnung ausgegliedert werden, indem Apps gemeinsam eingeführt werden oder indem es zu einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit mit Krankenhäusern kommt. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse ist die Marktmacht einer solchen Vertragslösung zwar überschaubar, doch es sollte trotzdem ausreichen, um größere Rabatte aushandeln zu können. Derzeit liegt die Anfrage der privaten Versicherer beim Bundeskartellamt, dort ist eine entsprechende Prüfung angesagt.

Für die Gesellschaften liegt der Vorteil auf der Hand. Es wäre möglich, Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen. Schon die Zahl der Versicherten dürfte die Verhandlungsposition gegenüber Krankenhäusern, Ärzten und der Pharmaindustrie stärken. Durch die Zusammenfassung würde sich die Zahl der Versicherten auf etwa 4,5 Millionen erhöhen. Das ist eine Größenordnung, mit der sich etwas anfangen lässt, wenn es darum geht, Vorteile im Interesse der Versicherten durchzusetzen.

Für die Versicherten ändert sich durch das Joint Venture nichts. Sie bleiben bei der Gesellschaft, bei der ihr Vertrag abgeschlossen ist. Es gibt auch keine Anpassungen im Leistungsbereich, und die Versicherungsbeiträge sollen ebenfalls stabil bleiben. Die Leistungsabwicklung verläuft nach dem bisher bekannten Verfahren. Gerade auf der Kostenseite dürften sich aber auf lange Sicht große Vorteile ergeben, die sich in niedrigeren Beiträgen niederschlagen könnten. Ob das allerdings so kommt, ist zum heutigen Zeitpunkt natürlich noch völlig unklar.
Experten gehen davon aus, dass dieses Joint Venture ein zukunftsfähiges Modell ist, das auf der Ausgabenseite einige Veränderungen bewirken könnte. Die Leistungen der Versicherten sind in der PKV festgeschrieben, sie dürfen nicht reduziert werden. Deshalb sehen Versicherungsfachleute auch keine Nachteile für die Kunden. Es dürfte also interessant sein zu sehen, wie sich der Markt in Zukunft hier weiterentwickelt.

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