Pflegeversicherung Verluste in Milliardenhöhe

Pflegeversicherung Verluste
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Pflegeversicherung Verluste in Milliardenhöhe: Auf eine Größenordnung von über 3,5 Milliarden Euro wird das Minus der Kassen beziffert.

Immer mehr Menschen müssen immer höhere Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen: Das Jahr 2018 brachte eine ernüchternde Bilanz für die gesetzliche Absicherung im Pflegefall. Auf eine Größenordnung von über 3,5 Milliarden Euro wird das Minus der Kassen beziffert. Schon jetzt verlangen die ersten gesetzlichen Pflegekassen Zuschüsse aus den Steuereinnahmen.

Pflegeversicherung Rücklagen auf 3,4 Milliarden Euro geschmolzen

Pflegeversicherung Verluste BeitragserhöhungDas Jahr 2018 war für die Pflegekassen kein gutes Jahr. Wie der GKV-Spitzenverband mit aktuellen Zahlen belegte, betrug der Verlust mehr als 3,5 Milliarden Euro. Dadurch sind die vorhandenen Rücklagen auf gerade noch 3,4 Milliarden Euro geschmolzen. Zwar konnte die Beitragserhöhung zum 01. Januar 2019 einen Teil der Verluste auffangen, doch es wird erneut klar, dass die Pflegeversicherung vor einem enormen finanziellen Problem steht. Durch die Erhöhung der Beiträge auf 3,05 Prozent für Versicherte mit Kindern und auf 3,3 Prozent für Kinderlose könnten die Rücklagen wieder aufgefüllt werden, so die Hoffnung. Allerdings werden die nötigen Zuwächse auf etwa sechs Milliarden Euro beziffert, und der Effekt von ungünstigen Entwicklungen am Arbeitsmarkt ist bei diesem Kapitalbedarf nicht eingerechnet. Lediglich wenn die Situation am Arbeitsmarkt weiterhin so positiv verläuft, dürfte der angehobene Beitragssatz vorläufig stabil bleiben, vermuten Experten. Berücksichtigt man dann noch das geplante Reformprogramm mit einer Ausweitung der Aufgaben, wäre ein Zuschuss aus Steuergeldern unvermeidbar, argumentieren die Verantwortlichen.

Tipps der Redaktion

Die Begründung für das Defizit liegt nach Ansicht der Kassenvorstände im neuen Pflegestärkungsgesetz, das zu einer enormen Erhöhung der Leistungsberechtigten geführt hatte. Vor allem die Zahl der an Demenz erkrankten hatte zugenommen, obwohl Leistungen an diese Empfänger dringend notwendig seien. Dennoch seien die heutigen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichend, und man wolle im Lauf der Zeit eine Vollkaskoabsicherung im Pflegebereich, aber auch eine Beteiligung von allen Berufsgruppen. Schaut man sich die aktuellen Zahlen an, wird klar, dass die nächste Reform der Pflegeversicherung wohl nicht lange auf sich warten lässt.

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