Pflegebedürftigkeit: Das verdrängte Risiko?

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Studie: Die breite Mehrzahl sorgt gerade für den Pflegefall nicht für eine ausreichende Absicherung.

Eine aktuelle Studie der Gothaer Versicherung brachte es ans Licht: Die meisten Menschen sind sich der großen Risiken Berufsunfähigkeit, Altersarmut und Pflegefall bewusst. Dennoch sorgt die breite Mehrzahl gerade für den Pflegefall nicht für eine ausreichende Absicherung. Vielmehr verlässt man sich auf die Unterstützung von Vater Staat und auf die Pflege durch die eigene Familie. Noch immer ist offenbar nicht überall angekommen, wie wichtig die private Vorsorge für den Pflegefall ist.

Zumindest bei den Befragten entwickelt sich das Risiko des Pflegefalls zu einer verdrängten Gefahr. Rund 36 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich noch nie mit dem Thema Pflege beschäftigt zu haben. Immer noch 27 Prozent wollen kein Geld für eine private Zusatzversicherung übrig haben oder ziehen es vor, Angehörige im Pflegefall zu bemühen. Ganze 19 Prozent behaupten, dass die Unterstützung aus der gesetzlichen Pflege-Pflichtversicherung ausreicht, um die Kosten im Pflegefall zu decken. Und 14 Prozent gehen davon aus, niemals selbst zum Pflegefall zu werden.
 
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Nach dieser Studie sind es vorrangig die jüngeren Befragten unter 30 Jahren, die sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. Doch über alle Altersgruppen hinweg zeigt sich, dass die eigenen finanziellen Verhältnisse und ein vordergründig schlechtes Preis-Leistungs-Angebot bei den Versicherungslösungen die Gründe sind, auf eine private Vorsorge zu verzichten. Ebenso überraschend ist die Aussage, die Unterstützung des Staates reiche im Pflegefall sicher aus. Außerdem wolle man auf die Pflege durch Lebenspartner, Kinder und Angehörige zurückgreifen.

Sollten sich diese Ergebnisse auf den Großteil der Bevölkerung übertragen lassen, würde die Studie zeigen, wie wichtig weitere Aufklärungsarbeit ist. Hier wäre nicht ein einzelner Versicherer gefordert, denn die breite Öffentlichkeit wäre nur durch eine gemeinsame Kommunikation von Politik und Versicherungswirtschaft zu erreichen und aufzurütteln. Sollten sich diese Resultate durch weitere Studien erhärten, besteht dringender Handlungsbedarf, um die nötige Aufmerksamkeit bei den Betroffenen zu schaffen.

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