Pflege-Bahr: Nachbesserungen erforderlich?

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Kritik an Pflege-Bahr: Analyse deutet an, dass die Vorsorge nach Bahr nur für ältere Menschen geeignet sein könnte, die in absehbarer Zeit zum Pflegefall werden könnten. Jüngere Versicherte unter 50 Jahren könnten bei der geförderten Versicherung sogar benachteiligt werden.

Sie ist erst seit einem knappen Jahr auf dem Markt, doch die Kritik will einfach nicht abreißen: Die Pflege-Bahr soll nach einer aktuellen Studie vor allem für jüngere Versicherte nicht geeignet sein. Das zumindest enthüllt das Internet-Portal Procontra Online in einem aktuellen Bericht. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hatte die Vorsorge nach Bahr analysiert und eine ganze Reihe von Schwachstellen gefunden.

Geht es nach dem IVFP, soll die Pflege-Bahr derzeit nur für ältere Menschen geeignet sein, die in absehbarer Zeit zum Pflegefall werden könnten. Jüngere Versicherte unter 50 Jahren könnten bei der geförderten Versicherung sogar benachteiligt werden. Begründet wird diese Mutmaßung damit, dass die Beiträge im Lauf der Jahre deutlich steigen müssen, weil keine Gesundheitsprüfung gefordert wird.

Geht es nach den Berechnungen des IVFP, müsste ein heute 30 Jahre alter Versicherter bei einer jährlichen Beitragssteigerung von fünf Prozent in 30 Jahren schon 60 Euro pro Monat selbst für die Pflege-Bahr aufbringen. In 40 Jahren liegt der Eigenbeitrag dann bereits bei über 100 Euro. Im Extremfall könnten die Leistungen in der Pflegestufe 0 oder I sogar unterhalb des monatlichen Beitrags liegen, denn in diesen niedrigen Pflegestufen ist keine Beitragsbefreiung vorgesehen. Am Ende könnte genau dieser Zusammenhang dazu führen, dass die Pflegeversicherung im Alter gekündigt wird. So hätte der Versicherte viele Jahre lang umsonst Beiträge gezahlt, ohne den dringend nötigen Versicherungsschutz zu erhalten.

Insgesamt plädiert das IVFP dafür, die Pflege-Bahr insgesamt zu überdenken und einige maßgebliche Änderungen einzuführen. So sollen die Pflegestufen 0 und I von der Förderpflege ausgenommen werden, da sich diese aufgrund der geringen Leistungen kaum lohnen. Auch könnte eine Gesundheitsprüfung eingeführt werden, um möglichen Kostenexplosionen wirksam vorzubeugen. Und schließlich könnte es sinnvoll sein, alle privaten Pflegeversicherungen zukünftig zu fördern. Wie sich der Gesetzgeber in dieser Fragestellung positioniert, bleibt allerdings abzuwarten.

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