Parkinson – Wirkstoff ist nicht gleich ein Heilmittel

medizin-frage
Zellbiologen aus Dresden identifizieren Stoffe die eine Zerstörung der Nervenzellen aufhalten könnten und sogar vorbeugend wirken.

Kostenloser Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung>>

Bereits vor mehr als 50 Jahren wusste man, dass die Erkrankung Parkinson durch Dopamin-Mangel in bestimmten Regionen des Gehirns verursacht wird. Dopamin wird jedoch unbedingt für die Steuerungsvorgänge von körperlichen und geistigen Bewegungsabläufen gebraucht. Zellbiologen aus Dresden haben jetzt im Kampf gegen Parkinson einen wichtigen Erfolg erarbeitet. Es wurden zwei Stoffe identifiziert, die eine Zerstörung der Nervenzellen aufhalten könnten und sogar vorbeugend wirken. Es sind die Stoffe D-Laktat und Glykolat, linksdrehende Milchsäure und eine Fruchtsäure.

Die linksdrehende Milchsäure kommt vor allem in türkischem und bulgarischem Joghurt vor, Glykolsäure findet sich in Weintrauben, Rosmarin und Zuckerrohr. Mit diesen Stoffen gelang es den Forschern kranke, menschliche Nervenzellen und solche von Fadenwürmern zu regenerieren, was aber derzeit lediglich als Lösungsansatz im Kampf gegen Parkinson gesehen werden darf. Das noch sehr frühe experimentelle Stadium ist zur Zeit nur ein interessanter Aspekt.

Die Titelzeile der Sächsischen Zeitung von letztem Donnerstag las sich jedoch äußerst vielversprechend. Schenkt man ihr Glauben haben Dresdner Forscher einen neuen Wirkstoff gegen Parkinson entwickelt. Laut Sächsischer Zeitung ist den Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts ein bahnbrechender Durchbruch im Kampf gegen die Nervenerkrankung gelungen.

Die offizielle Mitteilung die das Max-Planck-Institut herausgab liest sich dann aber doch etwas nüchterner. In ihr wird von einem großen Schritt in der Forschung gesprochen, bisher aber lediglich in der Grundlagenforschung.

Aktuell bleiben daher noch viele Fragen offen. So ist bisher unklar wie die Wirkstoffe aus dem Darm die geschädigten Zellen erreichen könnten. Da aber D-Laktat und auch Glykolat in Lebensmitteln vorkommen und unbedenklich sind, könnte sich ihr Einsatz in der Medizin jedoch beschleunigen.

Mehr zum Thema

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.