Organtransplantation gegen Geld?

Es ist ein Skandal, der privat wie gesetzlich Versicherte erschrecken lässt: Am Göttinger Universitätsklinikum wurden offenbar unzählige Akten von Patienten gefälscht, ausgewählte Patienten bekamen anscheinend so schneller eine Spenderleber – und durften dafür vermutlich tief in das eigene Portemonnaie greifen. Glaubt man der Berichterstattung in den Medien, dann war nicht allein die medizinische Notwendigkeit ausschlaggebend dafür, wer das dringend nötige Spenderorgan bekam.

Überblick Skandal Organtransplantation
Laut der Berichterstattung wurden anscheinend diejenigen Patienten bevorzugt versorgt, die dafür bares Geld auf den Tisch legen wollten. Glaubt man den Angaben der Süddeutschen Zeitung, dann könnte sich dieser Fall zu einem der größten Skandale und Betrugsfälle in der deutschen Transplantationsmedizin auswachsen. Schon vor einem Monat wurde bekannt, dass ein früherer Chefarzt der Chirurgie einen Patienten gegen Zahlung einer hohen Geldsumme früher operiert hatte. Hier ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Doch nun zeigt sich, dass dieser Fall offenbar nur die Spitze des Eisbergs ist, denn nach Angaben der Süddeutschen sind mindestens 25 weitere Fälle bekannt, bei denen Spenderorgane nicht allein nach der medizinischen Notwendigkeit vergeben wurden.

Letztlich sieht es sogar danach aus, als seien hier nicht nur einzelne Personen am Werk gewesen, so dass die Ständige Kommission Organtransplantation nun sogar von einem Netzwerk spricht. Die Klinikleitung selbst schließt sich dieser Mutmaßung an, und was bleibt, ist die erschreckende Erkenntnis für Versicherte aller Kassen, dass Krankenakten gezielt manipuliert wurden, um in die eigene Tasche zu wirtschaften.

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