Organspende: Krankenversicherer klären auf

In den nächsten Wochen werden unzählige Versicherte wieder einmal Post von ihrer Krankenversicherung erhalten – und zwar unabhängig davon, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Seit dem 01. November 2012 gilt eine neue Informationspflicht der Krankenversicherer zur Organspende.

Sie sind gezwungen, ihren Patienten einen Organspendeausweis zu schicken und über das Thema aufzuklären. Geplant ist, die Papiere mit der nächsten Beitragserhöhung zu versenden, alternativ kann der Versand bei den gesetzlichen Kassen mit der elektronischen Gesundheitskarte erfolgen.

Für Versicherte in der PKV bedeutet das voraussichtlich, dass sie mit der Ankündigung der Beitragserhöhung zum 01. Januar 2013 alle Unterlagen vorliegen haben. Allerdings haben die Versicherer 12 Monate Zeit, ihre Kunden in Sachen Organspende auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Verunsicherung durch Organspende-Skandal

Die Verunsicherung ist derzeit groß, denn bei vielen Versicherten dürften die letzten Vorkommnisse aus dem Organspende-Skandal noch in Erinnerung sein. Tag für Tag sterben drei Patienten, weil sie vergeblich auf ein Spenderorgan warten, und über 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein solches Spenderorgan. Doch angesichts der jüngsten Vorwürfe zu Manipulationen ist die Spendebereitschaft im Oktober 2012 um 50 Prozent zurückgegangen. Ob die neuen Informationspflichten für Abhilfe sorgen, bleibt abzuwarten.

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