Oft übersehen – Nierenerkrankungen

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Oftmals werden Schäden an der Niere viel zu spät entdeckt und somit bereits geschädigte Nieren vielfach nicht ausreichend geschützt.

Die Nieren haben viele bedeutende Funktionen in unserem Körper. Sie reinigen das Blut, entgiften, unterstützen den Wasser- und Salzhaushalt und produzieren Hormone, die den Blutdruck regulieren. Für unsere Gesundheit sind sie also äußerst wichtig. Erkranken die Nieren, kann das sehr bedrohlich werden.

Ein erstes Anzeichen für eine Schwäche der Nieren ist Eiweiß im Urin. Leider werden aber viele Schäden an der Niere viel zu spät entdeckt und somit bereits geschädigte Nieren vielfach nicht ausreichend geschützt. Ein einfacher Urin-Test würde ausreichen um solche Problematik festzustellen und zu behandeln. Wird ein Nierenleiden erst einmal chronisch, kann es zu sehr ernsten Komplikationen kommen.

Eine in Deutschland durchgeführte Studie belegt, dass Nierenfunktionsstörungen viel weiter verbreitet sind als bisher angenommen. Aber leider bleiben sie meist zu lange unerkannt. Bisher gab es lediglich Zahlen zu nierenkranken Patienten im Spätstadium. Das sind etwa 80.000 Betroffene, die auf die regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) angewiesen sind und 23.000 Patienten, die eine Nierentransplantation erhielten.

Die aktuelle Studie macht jetzt deutlich wie viele Menschen chronisch nierenkrank sind. Man rechnet mit zwei Millionen Menschen allein in Deutschland. Nur dreißig Prozent von ihnen wissen das jedoch auch.

Die Patienten müssen also gründlicher untersucht werden. Nur so lassen sich frühzeitig Möglichkeiten der Vorbeugung und Therapie finden. Dadurch könnte man auch verhindern, dass die Nierenfunktion dauerhaft verloren geht. Ist ihre Filterwirkung erst einmal schwer gestört, hilft nur noch die Dialyse oder eine Nierentransplantation.

Bedauerlicherweise spüren Betroffene in der frühen Phase einer Nierenerkrankung keine Schmerzen oder andere Symptome. Hinzu kommt, dass bei den regelmäßigen Blutuntersuchungen durch den Hausarzt meist nur der Kreatinin-Wert überprüft wird. Er zeigt jedoch erst dann erhöhte Werte, wenn die Nierenfunktion bereits mindestens zu 50 Prozent verloren gegangen ist.

Mit dem sogenannten Mikroalbumintest ist es viel sinnvoller die Nierenfunktion zu überprüfen. Er zeigt bereits feine Spuren von Eiweiß (Albumin) im Urin, die sich schon sehr früh im Krankheitsverlauf zeigen. Doch selbst wenn ein solcher Befund erhoben wird, wenden sich Betroffene selten an einen Nieren-Facharzt (Nephrologe).

Wer an Bluthochdruck leidet oder Diabetiker ist, sollte besonders vorsichtig sein. Diabetes verdoppelt das Risiko für eine Nierenerkrankung und zu hoher Blutdruck verdreifacht es sogar. Viele Nierenerkrankungen könnten vermieden werden, wenn Blutdruck und Diabetes gut eingestellt werden und der Betroffene seine Ernährung entsprechend anpasst. Aufklärung ist also dringend notwendig. Da sind sich die Wissenschaftler einig.

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Quelle: www.ndr.de

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