Nikotinfreie E-Zigarette in der Kritik

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Foto: ©iStock.com/amnarj2006
Der sogenannte “Ainoha Stik” soll eine gesündere Alternative zur normalen E-Zigarette darstellen.

Das konventionelle Rauchen wird vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer unbeliebter. Der Anteil der Raucher unter den zwölf- bis siebzehnjährigen Jugendlichen sank in den letzten dreizehn Jahren um insgesamt achtzehn Prozent. Ein gesunder Lebensstil wird immer mehr zum Ideal der jungen Menschen in Deutschland. Das klassische Rauchen passt also nicht mehr zum typischen Verhalten und Auftreten der Jugendlichen. Der Trend der E-Zigarette scheint genau hier anzusetzen, da E-Zigaretten als deutlich weniger schädlich gelten.

Die Nikotinfreie E-Zigarette scheint gerade mit Blick auf die Gesundheit, einen noch stärkeren Fokus zu verfolgen. Der sogenannte “Ainoha Stik” beispielsweise, soll eine gesündere Alternative zur normalen E-Zigarette darstellen. Das Produkt wird vom Hersteller nicht nur als nikotinfreie Alternative, sondern auch als gesundheitsfördernd beworben. Statt Nikotin werden ätherische Öle verdampft – die nikotinfreie E-Zigarette soll als eine Art “Aromatherapie für den Alltag” funktionieren. Wie auf dem Portal Stern.de zu lesen ist, sehen Kritiker hierbei jedoch Risiken, die heute noch nicht abgeschätzt werden können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht das Produkt durchaus kritisch. Das Einatmen derart konzentrierter ätherischer Öle, wie sie im “Ainoha Stik” vorkommen, soll gesundheitlich als nicht unbedenklich zu sehen sein.

Tatsächlich sind ätherische Öle zum Inhalieren geeignet und können positive gesundheitliche Effekte hervorrufen. Im Regelfall werden jedoch nur wenige Tropfen in Wasser gelöst. Das “Liquid” der nikotinfreien E-Zigarette besteht jedoch zu 20% aus ätherischen Ölen. Dies soll zu Atemproblemen und zu Schwindel führen können. Tritt eine Überdosierung ein, kann das Risiko derartiger Symptome stark erhöht sein. Auch für Kleinkinder, die die ätherischen Öle durch Passivrauchen einatmen, können unter Umständen Risiken bestehen.

Weitere Probleme ergeben sich aus der Vermarktung des Produkts. Vor allem über das soziale Netzwerk “Instagram” wird der Eindruck vermittelt, die nikotinfreie E-Zigarette wäre Teil eines gesunden Lebensstils. Des Weiteren zielt die Werbung auf eine sehr junge Konsumentengruppe ab – das Produkt darf jedoch erst ab einem Alter von achtzehn Jahren erworben werden.

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2 Kommentare

  1. Hallo Frank Lange,

    auf den Stern kann man sich nicht immer verlassen – journalistisch und so. Er hat nämlich den Aufreger aufgegriffen von Nadja Brenneisen bei watson.ch unter: “Vitamine rauchen – so fischt die Lifestyle-Zigarette «Ainoha» nach junger Kundschaft”

    Vorgänger der Marke Ainoha ist Vitastick und der deutsche Lieferant des Anbieters in der Schweiz ist ganz offensichtlich die seng-vital International GmbH in Regensburg. Zum Vertriebsstart gab es die Pressemeldung SengVital: “E-Zigarette war gestern” Dort wird das Produkt nicht als E-Zigarette, sondern Vaporizer bezeichnet.

    Ihr Titelbild – auch als Symbolbild ist falsch. Es zeigt Verdampfer, die man auf einen Kompaktakku oder einen Akkuträger schraubt und somit mobile Liquidverdampfer (E-Zigaretten) nennen kann.

    Diese abgebildeten Verdampfer lassen sich vom Verbraucher selbst befüllen mit Liquid, das wahlweise Nikotin enthalten kann, aber nicht muss.
    Hauptbestandteile des Liquids sind Propylenglykol und/oder vegetable glycerin, sowie etwas zum Dampfen geeignetes Lebensmittelaroma und evtl. Nikotin.
    Beim mobilen Liquidverdampfen geht es, neben dem Ritual, um Genuss durch vielfältigen Geschmack und ggf. um Nikotinzufuhr (ähnlich, warum man Kaffee trinkt).
    Der mobile Liquidverdampfer ist im Vergleich zur Tabakzigarette ein Quantensprung, an vielfältiger Gestaltungsmöglichkeit bei wesentlich geringerer Belastung von Mensch, Umwelt und Geldbeutel.

    Beim Ainoha-Stick soll es dagegen um die Wirkgeheimnisse der TCM-Medizin – um Wirkstoffe diverser Pflanzen gehen.
    In wie weit gesundheitsförderliche Aussagen getätigt werden dürfen, steht auf einem anderen Blatt.
    Deren Sticks lassen sich jedenfalls nicht selbst befüllen, sind entsprechend teuer und verursachen dadurch zwangsläufig entsprechend mehr Müll.
    Entsprechend geht es um eine völlig andere Zielgruppe. Die so wenig mit den mobilen Liquidverdampfern zu tun hat, wie die Heatsticks von Marlboro.

    Bitte berücksichtigen Sie das in Ihrer Berichterstattung, da Sie sonst völlig unnötig Konsumenten mobiler Liqiudverdampfer gegen sich aufbringen oder Raucher davon abhalten, aufs Dampfen einzusteigen. Und das wollen Sie doch sicher nicht im ehrlichen Interesse an einer verbesserten Volksgesundheit

    Freundliche Grüße
    Kurbelursel

  2. Passivrauch kann schädlich sein. Dampf denk ich ehr weniger.
    Wie ist denn bei Autoabgase, Kraftwerke, Motorrad, roller,Motorsäge, staubwischen, rasenmähen, arbeiten?
    Ich würde sagen alles verbieten, ist/kann schädlich sein.

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