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Neurologische Krankheiten Darmtherapie
Neurologische Krankheiten Darmtherapie: Hilft eine Darmtherapie bei neurologischen Krankheiten?

Neue Forschungen zeigen, dass bei neurologischen Erkrankungen auch der Darm einen großen Einfluss zu haben scheint. Bei Parkinson, Alzheimer und auch Multipler Sklerose sind es wohl die kurzkettigen Fettsäuren wie Essig-, Butter- oder Propionsäure, die eine wichtige Rolle spielen. Ergibt sich aus dieser Erkenntnis in Zukunft die Möglichkeit neurologische Krankheiten über den Darm zu erkennen und vielleicht sogar zu heilen?

In unserem Darm wohnen normalerweise bis zu 160 verschiedene Stämme von Darmbakterien, die zusammen zwei Kilogramm wiegen können. Darmbakterien sind nicht nur sehr wichtig für unsere Gesundheit, sie beeinflussen auch die Funktion des Gehirns. Man kann also sagen, dass der Darm unser Gehirn nährt.

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Neurologische Krankheiten Darmtherapie – Wie funktioniert das?

Die Aufgabe der Darmbakterien ist es, die von uns aufgenommene Nahrung in die verschiedenen Nährstoffe aufzuspalten. Bei dieser Arbeit werden Substanzen freigesetzt. Diese Substanzen, wie beispielsweise die kurzkettigen Fettsäuren, wandern bis in unser Gehirn. Dort werden sie von Immunzellen aufgenommen. In einer Studie, die an Mäusen durchgeführt wurde, stellten die Forscher fest, dass bei den Tieren mit wenigen oder gar keinen Stämmen von Darmbakterien auch die Abwehrzellen im Gehirn nicht mehr richtig funktionieren konnten. Eigentlich sind diese Abwehr oder auch Immunzellen im Gehirn sehr aktiv. Bekommen sie aber nicht ausreichend Bakterienstoffwechselprodukte, verhungern diese Zellen regelrecht und verkümmern. Dabei spielen besonders die nicht verdaubaren Ballaststoffe eine wichtige Rolle. Denn genau aus diesen nicht verdaubaren Ballaststoffen stammen die kurzkettigen Fettsäuren, welche die Darmbakterien dann abspalten. Mischte man hirnkranken Mäusen solche Fettsäuren in ihr Trinkwasser, kamen die Immunzellen der Nager wieder in Schwung und das Gehirn erholte sich sogar.

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Diese Erfolgsgeschichte wollen die Wissenschaftler nun baldmöglichst auf den Menschen übertragen. In Bochum erforschen die Mediziner nun, ob die von Darmbakterien freigesetzten Fettsäuren auch Menschen mit Multipler Sklerose helfen können. Bei dieser Autoimmunerkrankung zerstört sich das körpereigene Nervensystem. Bei Blutuntersuchungen von Patienten mit Multipler Sklerose haben die Mediziner aus Bochum bereits einen Mangel an Propionsäure festgestellt, denn Menschen mit Multipler Sklerose haben generell zu wenige Darmbakterien.

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Quelle: www.swr.de

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1 Antwort

  1. Es gibt 1000 verschiedene Bakterienstämme! Endlich ist es einer Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Hammer in der TH Wildau bei Berlin gelungen 800 (vorher waren es max. 200) davon in der Darmflora zu identifizieren mit einer völlig neuen Analysenmethode, die nur EUR 99,00 kostet. Mit dem Ergebnis dieser Analyse ist es dann möglich seine Darmflora wieder in Ordnung zu bringen.Diesen Wissenschaftlern gehört der Nobelpreis der Medizin!

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