Neue Medikamente – Wirkung nicht zwangsläufig besser

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Foto: ©iStock.com/GlobalStock
Nur ein einziges der neuen Medikamente, die der TK-Report bewertete, erhielt die beste Note, dreizehn Arzneimittel waren absolut untauglich.

Neu entwickelte Arzneimittel, die gegen schwere Krankheiten wie Krebs eingesetzt werden, sind trotz hoher Entwicklungskosten oft nicht erfolgreich einsetzbar. So wurden von den 23 neu entwickelten Medikamenten aus dem Jahr 2013 gleich dreizehn Produkte negativ beurteilt.

Nur ein einziges der neuen Medikamente, die der TK-Report bewertete, erhielt die beste Note, dreizehn Arzneimittel waren absolut untauglich. Acht Präparate, die es bereits mit ähnlichem Wirkstoff auf dem Markt gibt, stellten keinen Mehrwert für die Gesundheit dar, manchmal brachten sie sogar eher eine Verschlechterung. Sechs Medikamente davon waren teurer als die bereits bekannten und länger zugelassenen Medikamente.

Der von der Techniker Krankenkasse (TK) in Auftrag gegebene Innovationsreport zeigt außerdem, dass es für leichtere Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Bluthochdruck überhaupt kein einziges, neues Präparat gibt. Das bestätigten auch die Forscher der Universität Bremen und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

Die Pharmaunternehmen profitieren dennoch von den negativ beurteilten Mitteln. So bringt die schlecht bewertete Substanz Teriflunomid, die bei Multipler Sklerose eingesetzt wird, Gewinne von bis zu 1,3 Millionen Euro pro Monat. Ähnlich verhält es sich bei Enzalutamid, das bei Prostata-Krebs verordnet wird und ebenfalls schlecht abgeschnitten hatte. Hier liegen die Gewinne bei über 900 000 Euro pro Monat.

Der Arzneimittelverband vfa hält die Studie allerdings für unseriös und ist der Meinung, dass sich die Wirksamkeit eines Medikamentes nicht so pauschal beurteilen lasse und individueller untersucht werden müsse. Nur dadurch lasse sich der eigentlich Wert eines neuen Medikamentes beurteilen, denn nicht jeder Patient reagiert gleichermaßen.

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Quelle: www.wz.de

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