Neue Gesundheitskarte: Keine Änderungen in PKV

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Mit dem Jahreswechsel kommt auch die lange erwartete elektronische Gesundheitskarte für gesetzlich Krankenversicherte.

Wer ab 01. Januar 2014 zum Arzt geht, muss eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) seiner Krankenkasse vorlegen. Zehn Jahre hat es gedauert, die neuen Gesundheitskarten einzuführen, denn schon im Jahr 2003 hatte die damalige Bundesregierung entschieden, dass eine Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung und mit ihr das Ende der alten Versicherungskarte unausweichlich sei. Ab 01. Januar 2014 haben nur noch die neuen Karten mit Chip und Lichtbild Gültigkeit.

In der gesetzlichen Krankenversicherung hat es lange gedauert, bis die neue Karte flächendeckend eingeführt war. Der eigentliche Nutzen scheint mindestens für gesetzlich Versicherte überschaubar, denn neben dem nötigen Lichtbild ist neu, dass die Karte nun sogar für Behandlungen im EU-Raum eingesetzt werden kann. Auch können medizinische Daten in dem Chip der Karte gespeichert werden. Doch wie sieht es eigentlich mit privat Versicherten aus? Ist auch hier ein Wechsel der Karte in der Planung?

Tipps der Redaktion:

Tatsächlich gehen die privaten Krankenversicherer hier offenbar einen anderen Weg. Viele PKV-Versicherer versorgen ihre Versicherten schon heute mit einer elektronischen Chipkarte. Darauf sind die wichtigsten Stammdaten gespeichert, außerdem gibt die Karte meist Auskunft über die elementaren Tarifleistungen. So haben Versicherte und Ärzte schnell einen Überblick, welche Leistungen von der Kasse erstattet werden. Allerdings ist in der privaten Krankenversicherung kein flächendeckend einheitliches Verfahren zur Herausgabe einer Krankenversicherungskarte etabliert. Einige Versicherer versorgen ihre Kunden mit einer Karte, andere Gesellschaften nehmen davon Abstand.

Von der flächendeckenden Einführung einer elektronischen Chipkarte mit Lichtbild ist man in der privaten Krankenversicherung offenbar weit entfernt. Das wiederum scheint allerdings auch nicht erforderlich zu sein, denn die eGK wurde in der GKV eingeführt, um die Abrechnung zwischen Arzt und Kasse zu erleichtern. Da die Abrechnung bei privat Versicherten zwischen dem Arzt und dem Versicherten selbst erfolgt, sehen die PKV-Gesellschaften offenbar keinen Grund, die elektronische Karte für alle Versicherten einzuführen. PKV-Versicherte bleiben von der Neuerung vorerst also unberührt.

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2 Antworten

  1. In der PKV ist die Karte so überflüssig wie ein Kropf. Denn nicht die KV ist Vertragspartner des Arztes, sondern der Patient. Ob und wann ich dem Arzt meine Unterlagen und Gesundheitsdaten zukommen lasse, entscheide noch immer ich.

  2. Als PKV-Versicherter habe ich bereits mehrfach bei meiner KV angefragt, wann ich mit der Übermittlung einer elektronischen Gesundheitskarte rechnen kann – immer mit der Antwort, gibt es von uns nicht. Dabei geht es mir gar nicht um Abrechnungsvereinfachungen, weil das Verfahren wie im Artikel beschrieben mit der GKV nicht zu vergleichen ist. Stattdessen geht es vor allem darum, die bei privat Versicherten gern von Ärzten durchgeführten Untersuchungswiederholungen durch auf der Karte gespeicherte Ergebnisse zu vermeiden und mir selbst auch den Papierkram zu ersparen, der sich aus dem “ins Bild setzen” des Folgearztes ergibt.
    Hier erwarte ich tatsächlich, dass es zu einer meinetwegen auch zentralen Speicherung von Diagnosedaten kommt, auf die ein Arzt gern zugreifen kann und mich dafür von überflüssigen Behandlungen verschont – zum Wohle aller Mitversicherten. Hier wäre der Gesetzgeber gefragt, in dessen Verantwortung es liegt, die Gesundheitskosten zu senken.

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