Medizin: Zu wenig Frauen in den Chefetagen

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Frauen sind auch in der Medizin selten in den Chefetagen zu finden

Nicht nur in der Wirtschaft oder in der Politik, auch in der Medizin sind Frauen in Chefetagen zu selten zu finden. Das konstatieren deutsche Ärztevertreterinnen zum wiederholten Mal anlässlich des 103. Weltfrauentages am 8. März 2014. Dennoch lehnen sie mehrheitlich eine Quotierung ab, vielmehr suchen sie die Schuld bei sich selbst: Ärztinnen in Chefpositionen sollten sich mehr in die Öffentlichkeit getrauen, so das Fazit der Initiatorinnen einer Online-Petition zu “Pro Quote Medizin”, die zwar die Quote einführen will, sie aber keineswegs für das Allheilmittel hält.

Medizinerinnenquote im Abseits?

Die Petition will bis zum Jahr 2018 eine Frauenquote von 40 Prozent in den Chefetagen von Kliniken erreichen, der Zuspruch der Ärztinnen hält sich allerdings in Grenzen. Diese ackern wohl lieber im Verborgenen und verzichten auf Chefposten, was im krassen Gegensatz zum weiblichen Anteil in der Medizin liegt. Unter den Medizinstudenten sind 70 Prozent weiblich, unter den Klinikchefs nur 26 Prozent. Gerade einmal eine Dekanin und zwei C-4-Professorinnen auf medizinischem Fachgebiet weist die deutsche Hochschullandschaft auf. Das sei hausgemacht, meint die Professorin Gabriele Kaczmarczyk (Berliner Charité), es fehle ihren Kolleginnen der “kollektive Unmut”. Selbst wenn es Frauen in Spitzenpositionen schaffen, blieben sie lieber unsichtbar und präsentierten sich viel zu selten in den Medien.

Verhaltensstarre aufbrechen

Nicht nur in den Kliniken, auch in der politischen Arbeit sind Frauen unterrepräsentiert, so in der Bundesärztekammer und in den kassenärztlichen Vereinigungen. Nach einer Analyse des Soziologen Ulrich Beck liegt dem eine “Verhaltensstarre” zugrunde, die es gelte aufzubrechen. Dabei sind und bleiben jedoch die Ärztinnen selbst gefragt: Dass ihre männlichen Kollegen sie freiwillig in die Vorstände hieven, dürfte ein frommer Wunsch bleiben.

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1 Antwort

  1. Welche Krankheiten ließen sich, durch mehr Ärztinnen in den Chefetagen, besser behandeln?

    Vielleicht die feministische Krankheit “Gender pay gap”?

    Stellen Sie sich einmal vor, dass jemand fordern würde: die Hälfte der Chefposten in der Medizin müssten mit der konfessionellen Bindung katholisch und die andere Hälfte mit der konfessionellen Bindung evangelisch besetzt werden, welche Frage würde dann auf der Hand liegen?

    Ich möchte nicht vorsagen, weil ich gehört (hoffentlich ist dies nicht nur ein Gerücht) habe, dass Ärztinnen und Ärzte intelligente Menschen sein sollen.

    “Gender pay gap” ← Dies habe ich in Anführungsstriche gesetzt, weil diese Störung noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt ist.
    Es handelt sich m.E. um eine feministische Störung die unbedingt in den ‘Katalog’ aufgenommen werden sollte.
    In besonders schweren Fällen fordern die von dieser Störung betroffenen Personen, dass wir zukünftig nach Bildungsgraden bezahlt werden sollten, das bedeutet: nimmt man bei einer Verkäuferin und einem Maurer einen gleichwertigen Bildungsabschluss an, dann bekommen beide den gleichen Lohn.
    Nur frage ich mich, wen man dann in Zukunft überreden möchte, die schweren Zementsäcke zu tragen. Diesen ‘Mechanismus’ haben in der Vergangenheit sogar sozialistische Systeme erkannt. Nun dies hat jetzt nicht mehr soviel mit Medizin zutun, deshalb …

    Mit freundlichen Grüßen

    P.S.: “Unter den Medizinstudenten sind 70 Prozent weiblich, …” ← Hüstel …

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