Masern-Viren heilen Krebs

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Ärzte spritzten krebskranken Frau eine Überdosis Masern-Viren und konnten damit den Krebs offenbar besiegen

Ein medizinisches Wunder gelang Ärzten der Mayo-Clinic in Rochester (Minnesota) bei der Behandlung einer nach erster Prognose unheilbar krebskranken Frau. Die 50-jährige Stacy Erholtz trug in sich ein multiples Myelom, eine Krebsform, die das Knochenmark irreversibel angreift – so glaubte man bisher. Die Ärzte spritzten ihr jedoch eine Überdosis Masern-Viren und konnten damit den Krebs offenbar besiegen, denn bis heute schreitet der Heilungsprozess von Erholtz voran, wie die „Washington Post“ am 15. Mai 2014 berichtete. Die Behandlung fand im März statt.

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„Evan“ schrumpfte zuerst

Stacy Erholtz trug bereits auf der Stirn eine sichtbare Wucherung ihres Tumors, eine Beule, der ihre Kinder den Namen „Evan“ gaben. Die Wissenschaftler aus der Mayo Clinic hatten der Frau mit einer Lebenserwartung von weit unter einem Jahr angeboten, an einem klinischen Versuch mit Masernviren teilzunehmen, die in einer weit über die übliche Impfstoffmenge hinausreichenden Dosis verabreicht werden sollten. Solche Versuche gibt es seit den 1950er Jahren mit bislang sehr durchwachsenen Ergebnissen. Offenbar wurde dieses Mal die Therapie punktgenau eingesetzt, nachdem die Patientin zugestimmt hatte. Sie erlitt unmittelbar nach der Virenspritze sehr hohes Fieber und musste sich heftig übergeben, dann begann der Heilungsprozess. „Evan“ verschwand als sichtbares Zeichen (scheinbar) zuerst von der Stirn, doch die Ärzte haben die Frau sehr genau untersucht: Der Krebs ist tatsächlich samt aller Metastasen aus ihrem Körper verschwunden. Die US-Wissenschaftler verbreiten nun vorsichtigen Optimismus für künftige Krebstherapien.

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