Lindert Hypnose Fibromyalgie-Beschwerden?

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Fibromyalgie Studienergebnisse: Patienten mit Hypnosebehandlung verspürten weniger Schmerzen und empfanden weniger Stress.

Durch Hypnosebehandlungen können Fibromyalgie-Beschwerden vermutlich gelindert werden. Im Rahmen von umfassenden Metastudien stellten Wissenschaftler fest, dass Betroffene, die Hypnosen erhielten, schmerzfreier waren als konventionell behandelte Patienten. Darüber hinaus wird angenommen, dass Begleiterscheinungen, wie etwa Stress, durch Hypnosetherapien gemindert werden können. Positiver Nebeneffekt: Das Schlafverhalten vieler Probanden verbesserte sich ebenfalls.

Deutsche Wissenschaftler werteten Ergebnisse von neun Studien aus, an denen rund 450 Probanden teilnahmen. Das Resultat, das im Fachmagazin European Journal of Pain veröffentlicht wurde, dürfte viele Betroffene zuversichtlich stimmen. Es zeigte sich, dass Patienten durch Hypnose weniger Schmerzen verspürten und weniger Stress empfanden, als Teilnehmer der Kontrollgruppen. Auch Schlafstörungen ließen sich durch Hypnosebehandlungen deutlich reduzieren.

Ein Wissenschaftlerteam der Universitätsklinik Regensburg konnte die Ursache der Fibromyalgie zwar nicht klären, die Studienergebnisse eröffnen jedoch vielversprechende Therapieansätze. Möglicherweise kann den Krankheitssymptomen durch gezielte Hypnosebehandlungen zu Leibe gerückt werden. Unerwünschte Nebenwirkungen sind bei dieser Behandlungsform bislang nicht bekannt.

Bei der Fibromyalgie treten Schmerzen am gesamten Körper und insbesondere der Muskulatur auf, die von Müdigkeit, Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen und anderen Beschwerden begleitet werden. Die Krankheit ist oft nur schwer diagnostizierbar, stellt aber für Betroffene eine enorme Belastung dar. Fibromyalgie ist keine Modekrankheit. Sie wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts unter dem Namen Fibrositis beschrieben. Heute verwenden Wissenschaftler und Mediziner den Begriff Fibromyalgie, der frei übersetzt Muskelfaserschmerzen bedeutet.

Fibromyalgie zählt zu den psychosomatischen Erkrankungen. Forscher gehen davon aus, dass das Schmerzgedächtnis für die charakteristischen Beschwerden verantwortlich ist. Permanent entstehende Schmerzreize im Gehirn stehen im Verdacht, die Sensibilität der Nervenzellen so stark zu erhöhen, dass sie selbst dann noch aktiv sind, wenn der Schmerzreiz abgeklungen ist.

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